Festakt nicht gefährdet; Polizei besser vorbereitet

In der nordbosnischen Stadt Banja Luka ist es auch beim zweiten Versuch zur Grundsteinlegung für die Wiedererrichtung der während des Bosnien-Krieges zerstörten Ferhadija-Moschee zu gewalttätigen Ausschreitungen serbischer Nationalisten gekommen.
Der österreichische Botschafter in Sarajewo, Gerhard Jandl, berichtete gegenüber der APA von "einigen tausend" Demonstranten. Es wurden Steine und mit Nägeln präparierte Holzlatten gegen Polizisten geworfen.
Ein Polizeisprecher sagte, mehr als 15 Polizisten seien zum Teil schwer verletzt worden, als mehrere hundert Extremisten die Sperren durchbrechen wollten. Mehr als ein Dutzend Randalierer wurden festgenommen. Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, um etwa 1.200 Serben abzudrängen. Die Behörden hatten 2.200 Mann in Banja Luka zusammengezogen, damit sich Szenen wie im Mai nicht wiederholen. Damals hatten serbische Demonstranten Fahrzeuge und Häuser angezündet und die Zeremonie der Grundsteinlegung gewaltsam beendet. 70 Menschen waren verletzt worden.
Am Montag standen auch Kräfte der NATO-geführten Friedenstruppe SFOR zum Einsatz bereit. Der Sprecher der SFOR in Sarajevo, Hauptmann Andrew Coxhead, sagte aber, die bosnisch-serbische Polizei sei in der Lage gewesen, die Menge zu kontrollieren.
Der Festakt ging letztlich weitgehend ungestört über die Bühne. An der religiösen Zeremonie nahmen rund 400 Gläubige teil. Den Grundstein legten der Großmufti von Bosnien, Mustafa Ceric, und der bosnisch-serbische Präsident Mirko Sarovic als Zeichen der Versöhnung gemeinsam. Sarovic gehört der extrem nationalistischen Serbischen Demokratischen Partei (SDS) an. Mit Parlamentspräsident Dragan Kalinic war ein weiterer SDS-Politiker vertreten.
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