Mittwoch, 13. Juni 2001

Türkei-Boom Sonne, Meer, Strand & Kebab

Die Türkei verzeichnet heuer einen Rekordsommer. Durch den Lira-Verfall kommt der Urlaub in der Ägäis spottbillig: Ein Schilling ist in der Türkei viermal so viel wert wie hierzulande. Und außerdem stimmt das Angebot: Von sauberen Stränden, antiker Kultur bis hin zu Party-Highlife und kulinarischen Hochgenüssen findet man hier alles, was das Urlauberherz begehrt.

Handgeknüpfte Teppiche, Wasserpfeifen und anderes orientalisches Kunsthandwerk werden spätestens im Herbst den neuen Wohnstil der Österreicher kennzeichnen. Denn die Türkei ist heuer die Top-Destination des Sommers.

Enorme Zuwachsraten
2000 urlaubten mehr als 320.000 Österreicher in der Türkei – die Zuwachsrate gegenüber 1999 betrug starke 147%. „Heuer sollen es mehr als 400.000 sein“, weiß Faruk Erol, Direktor der Türkei-Informationsabteilung in Wien.

„Bis Juli sind unsere Clubs seit Anfang des Jahres restlos ausgebucht“, bestätigt Cem Kinay, Chef des österreichischen „All inclusive“-Clubanbieters Magic Life, der ein beachtliches Potenzial an österreichischen Stammgästen in die Türkei bringt.

Grund für den aktuellen Türkei-Run: der unglaubliche Verfall der türkischen Lira – in der Türkei ist ein Schilling viermal so viel wert wie hierzulande.

Türkei inside
Für NEWS geben die gebürtigen Türken Kinay, Erol und Kay sowie die Türkei-Expertin Claudia Wildeis von Taurus Touristik Insidertipps abseits der bekannten Tourismuspfade.

Herz des Türkeitourismus ist die Region Antalya. Die Provinzhauptstadt mit ihrem großen Yachthafen liegt auf einem Felsplateau etwa 50 Meter über dem Meeresspiegel. Über 200.000 Betten zählt Antalya. Aber inmitten eines Heeres aus Hotelhochhäusern liegt wie das Dorf der Gallier die liebevoll restaurierte Altstadt.

Wildeis hat die aktuellen Top-Locations im Ort ausfindig gemacht und empfiehlt das Spezialitäten-Restaurant „Sultanyar Kebapcisi“. Wildeis: „Ein Lokaltipp der Einheimischen – bester Fisch zum günstigen Preis.“ Exklusiv speist man im „Mermerli“ am Hafen, danach empfiehlt sich das „Allye“ – Antalyas größte Open-Air-Diskothek.

Die In-Bar „Club 29“ ist in den renovierten Gewölben eines alten Hafendepots untergebracht. Von Antalya aus sollte man einen Trip zum Fluss Köprü wagen – Rafting- und Kajaking-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten.

Südliche Ägäis
Auf dem Weg nach Fethiye soll man, so Cem Kinay, in Kekova bei Kas einen Stopp einlegen. Hier finden sich zahlreiche Unterwasserruinen, jedes einheimische Lokal ist ein Geheimtipp. Kinay: „In Kekova sollte man auch zum Friseur gehen. Top-Haarschnitt plus Massage kosten läppische 50 Schilling.“

Ein weiterer Hotspot bei Fethiye ist der Paradestrand der Halbinsel Ölüdeniz. Affan Kay: „Hier ist das Paragliding-Zentrum der Türkei.“ Vom 1.969 Meter hohen Berg Baba Dag kann man mit einem Gleitsegler in die Lagune hinabschweben. Fährt man in dieser Region ins Landesinnere Richtung Denizli, stößt man direkt an eines der bekanntesten Ausflugsziele der Türkei – die weißen Kalksinterterrassen von Pamukkale.

Türkisches Ibiza
Zurück zur türkischen Highlife-Kapitale Bodrum. „Hier macht der türkische Jetset die Nacht zum Tag“, berichtet Cem Kinay. Partyfreaks und prominente Yachtbesitzer zieht es alljährlich in das einst idyllische Städtchen. Gespeist wird hier, so Kinay, im erstklassigen Restaurant „Küba“ oder im Einheimischen-Treff „Sakalli Köfteci“ mit traditioneller Küche.

Abgetanzt wird im Mega-Tanzschuppen „Halikarnis“.
An der „Nördlichen Ägäis“ findet sich Ephesos, die wohl berühmteste antike Stadt der kleinasiatischen Küste. Affan Kay: „Nach dem Besuch der Ausgrabungen sollte man sich noch das nahe gelegene Selcuk ansehen. Selcuk ist bekannt für seine traditionellen Kamelringkämpfe.“

Freilichtmuseum Göreme
Beim Türkei-Kulturtrip sollte ein Besuch Zentralanatoliens fix auf dem Programm stehen. Berühmt ist Göreme, seit der römischen Zeit als Kappadokien bekannt, für seine faszinierenden Felsformationen. Die durch Erosion und Vulkanismus entstandenen Tuffkegel wurden schon von den frühen Christen als Wohnhöhlen genutzt. Zum Abschluss des Göreme-Abenteuers empfiehlt Affan Kay das urige Restaurant „Avanos Altiocak“: ein Felsenlokal mit Lammfleischgerichten und Folkloremusik.

Üppige Vegetation
In der östlichen Schwarzmeerregion überraschen üppige Vegetation und subtropisches Klima. Kay: „Jeder Naturfreund, ob Wanderer, Kanute oder Mountainbiker, wird von der Vielseitigkeit die-ser Region überwältigt sein.“ Ein Tipp ist Artvin mit seinen alttürkischen Häusern.

Berühmt ist das Volksfest Kafkasör-Yayla im Frühsommer, dessen Höhepunkt Stierkämpfe bilden. Kay: „Abenteuerlustige sollten sich die Gelegenheit eines Rafting-Trips auf dem wildromantischen Coruh-Fluss nicht entgehen lassen.“

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13.6.2001 16:31