Sonntag, 17. Juni 2001

FORMAT: Kommt der Streik in der Hochsaison?

Nach den Turbulenzen rund um die Lauda-air und die Ablöse des Vorstands liegt nun auch ein Streik bei Tyrolean und Lauda-air in der Luft. AUA-Chef Bammer droht dem Betriebsrat nun mit dem Ende der Drei-Marken-Politik.

Auslöser für den Unmut in der AUA-Belegschaft sind die unterschiedlichen Gehaltsniveaus und Arbeitsbedingungen bei den AUA-Töchtern Lauda-air und Tyrolean. Die Lauda-Crews, die mangels Kollektivvertrag auf Basis von Betriebsvereinbarungen fliegen, und das Fliegerpersonal der Tyrolean Airways arbeiten, grob gesprochen, im Schnitt mehr, verdienen aber um 15 bis 50 Prozent weniger als ihre Kollegen bei der AUA. So verdient ein Flugkapitän im ersten Dienstjahr bei der AUA ab 108.000 Schilling, bei Lauda rund 63.000 und bei Tyrolean knapp 64.200 Schilling.

Streik in der Hochsaison
Die Forderung der Piloten und Flugbegleiter, die ihre Streiks für Anfang Juli planen: eine Annäherung an die Bedingungen, unter denen das AUA-Personal fliegt – schließlich ist man neuerdings ein Konzern. Lauda-Betriebsratssprecher Thomas Fischelmaier: „Seit fünf Jahren verhandeln wir vergeblich einen Kollektivvertrag. Unsere Leute sind verbittert und kampfbereit.“

Sein Kollege bei Tyrolean, Norbert Fröwis: „Wir fordern in erster Linie eine Harmonisierung unserer Arbeitsbedingungen, um Gehaltsverbesserungen geht es erst in zweiter Linie. Jetzt plötzlich soll das nicht finanzierbar sein. Die wollen uns für dumm verkaufen.“ Ein Vorwurf, den die Unternehmensseite natürlich nicht gelten läßt.

"Mehrkosten einer Gehaltserhöhung nicht finanzierbar"
Sowohl Lauda-air- als auch Tyrolean-Vorstand halten die Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe für „nicht verkraftbar“. Tyrolean-Chef Josef Burger: „Wir müssen jetzt schauen, daß wir diese Begehrlichkeiten mit der Realität in Einklang bringen können.“ AUA-Vorstand Bammer wird deutlicher: „Wenn das alles Wirklichkeit wird, drehen wir Strecken zu. Dann werden einige zwar mehr verdienen, andere Leute aber gar keinen Arbeitsplatz mehr haben“.

Lauda: "Jetzt wittern alle Morgenluft"
Die Streikdrohung der Tiroler und der Lauda-Mannschaften sollte freilich niemanden aus den Wolken fallen lassen. Schließlich reihen sich die Österreicher mit ihren Forderungen nur in eine internationale Warteschleife ein: Pilotengehälter haben gerade Saison. Oder, wie es Lauda-air-Chef Christian Fitz ausdrückt: „Jetzt wittern alle Morgenluft.“

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17.6.2001 08:36