Samstag, 16. Juni 2001

Pönale: Von 59 Groschen auf 2,57 S gestiegen!

Österreichs Milchbauern drohen Strafzahlungen von insgesamt einer 3/4 Milliarde Schilling! Das gab die Marktordnungsstelle AMA bekannt. Jeder Bauer, der seine Quote überschritten hat, muss 2,57 S Strafe zahlen. Und zwar pro Kilo Milch, die er zu viel liefert. Das ist mehr als das Vierfache des Vorjahres-Betrages.

Mit ein Grund für die nach wie vor zu hohen Lieferungen sei auch der niedrige Erzeugermilchpreis, zeigte sich Josef Weber, Milchwirtschaftsexperte der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, überzeugt. "Um ein gewisses Einkommen zu erwirtschaften, versucht man es dann über die Menge." Dazu komme das kontinuierliche Ansteigen der Milchleistung pro Kuh.

Ein weiterer Grund für die vervielfachten Strafzahlungen im vergangenen Jahr sei auch der Umstand, dass 2000/2001 die sogenannten "Unterlieferungen" stark zurückgegangen seien, erläuterte Weber. Die von den Bauern eines Mitgliedsstaats zu viel angelieferte Milch darf nach den EU-Spielregeln mit jener Menge gegengerechnet werden, die andere Landwirte des gleichen Landes zu wenig liefern.

Nun hätten im vorvergangenen Jahr viele Milchbauern ihre damals erhöhte Quote nicht besonders gut ausgenutzt, was den "Überlieferern" mit nur geringen Strafzahlungen zugute gekommen sei. Dieses Bild habe sich aber 200/2001 geändert.

Nach den nun definitiven Zahlen der AMA müssen die Baunern nun pro Kilo überlieferter Milch 2,57 S zahlen - bei einem Erzeugerpreis zwischen 4,40 und 4,80 S.

Wenn die im April und Mai 2001 erzielte Anlieferungsmenge auf das verbleibende Michquotenjahr hochgerechnet wird, würden sich daraus Überzahlungen von 750 Mill. S ergeben, warnte die AMA.

16.6.2001 11:05