Kosten werden neu kalkuliert...

Diskutieren Sie mit! AKW Temelin
Der Tschechische Energiekonzern (CEZ) kalkuliert die Baukosten für das Atomkraftwerk Temelin neu. Mit Phantasie. Damit das Regierungslimit (98,6 Mrd. Kronen, 9,44 Mrd. S). nicht überschritten wird. Das Prager Umweltministerium dazu: Das Temelin-Budget wurde bereits um mehr als vier Mrd. Kronen überschritten. Das 1,6 Milliarden Schilling
Also soll der Gewinn des bereits im Probelauf verkauften Stroms von den Investitionen abgezogen werden. Dadurch könnte der Endpreis für das AKW um einige Milliarden Kronen gesenkt werden, berichteten tschechische Zeitungen am Freitag. "Falls der erste Block von Temelin im September auf 100-prozentige Leistung läuft, könnte er bis Ende des Jahres den Strom für etwa eine Milliarde Kronen (400 Mill. Schilling/29,06 Mill. Euro) herstellen", erklärte der CEZ-Pressesprecher Daniel Castvaj.
Ende 2002, wenn der zweite Block des AKWs vollendet sein sollte, könnten es theoretisch schon 3,4 Mrd. Kronen sein. Ein sehr kleiner Teil des Stroms sei darüber hinaus bereits in dem bisherigen Probelauf hergestellt worden, so Castvaj.
"Tschechische" Rechnung
Die tschechischen Atomgegner zeigten sich über die neue Berechnung des Temelin-Preises überrascht. "Dies kann der CEZ doch nicht ernst meinen", sagte Eva Hlasova von der Bewegung "Jiohoceske matky" (Südböhmische Mütter) gegenüber der Zeitung "Lidove noviny". Man könne nicht begreifen, wie der Investor in die Baukosten auch den Gewinn aus dem verkauften Strom miteinbeziehen könne.
Der Endpreis für Temelin wird unter Anderem auch deshalb aufmerksam verfolgt, weil der Industrie- und Handelsminister Miroslav Gregr im Falle einer Überschreitung des gebilligten Temelin-Budgets seinen Rücktritt in Aussicht gestellt hat. Gergr sowie der CEZ behaupten weiterhin, dass die geplanten Baukosten nicht überschritten würden. In Prag mehren sich indessen die Stimmen, die die Einhaltung des Budgets angesichts der ständigen Probleme mit dem Kraftwerk für kaum möglich erachten.
Der CEZ versuche, von den Kosten auch die Ausgaben für die Brennstäbe in Höhe von 4,7 Mrd. Kronen (1,88 Mrd. Schilling/136,62 Mill. Euro) abzurechnen. Der CEZ behauptet jedoch, die Brennstäbe seien als Betriebs- und nicht Investitionskosten veranschlagt worden.
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