YLine-Vorstand Böhm legte Übernahmeangebot vor

Bis 19. Juni hat Libro Zeit das Angebot des Investoren-Konsortiums anzunehmen. Werner Böhm (YLine), der steirische Industrielle Ernst Hofmann, sowie weitere vier Investoren wollen insgesamt eine Milliarde Schilling in den angeschlagenen Libro-Konzern investieren. Die Gruppe will mit einem international orientierten Management die Sanierung durchführen, heißt es. Die PBS-Bietergruppe zog ihr Angebot inzwischen verärgert zurück.
Das Angebot, das an Thomas Scheiner als Eigentümervertreter von Libro gerichtet ist, gilt laut Angebotstext - auf Grund der drohenden Insolvenz - nur bis 19. Juni. Die Investorengruppe sei bereit, insgesamt 1 Mrd. S (72,7 Mill. Euro) in Libro zu investieren.
300 Mill. S davon sollen im Wege einer sofortigen Kapitalerhöhung in das Unternehmen gesteckt werden, weitere 700 Mill. S bis Jahresende 2001 auf Basis einer weiteren Kapitalerhöhung, die in der nächsten Hauptversammlung beschlossen werden soll.
Die Investorengruppe wolle mit einem neuen, international orientierten Management-Team die Sanierung von Libro durchführen, hieß es weiter. Böhm erwarte sich für sein Angebot "große Chancen" für den Zuschlag, da er eine österreichische Lösung biete, so der Pressesprecher von YLine, Willi Berner.
PBS-Konsortium bietet nicht mehr für Libro
Anton Stahrlinger, Chef der bisher als am aussichtsreichsten geltenden Bietergruppe für die Übernahme der angeschlagenen Libro AG hat den Ausstieg aus dem Bieterrennen angekündigt. "Wir stellen sämtliche Aktivitäten in diesem Zusammenhang ein", erklärte ein sichtlich verärgerter Stahrlinger, nachdem ein Gesprächstermin mit Vertretern von Kreditinstituten kurz davor geplatzt war. "Ich deute die Signale derzeit so, dass kein Interesse besteht, einen Deal mit uns abzuschließen."
Das PBS-Konsortium, über dessen genaue Zusammensetzung Stahrlinger noch immer keine Auskunft geben wollte, stehe "weder als Schneepflug noch zur Lizitationspolitik zur Verfügung". Das vorgelegte Angebot steht laut Starlinger nicht mehr zur Verfügung. "Jetzt heißt es, zurück an den Start."
Zwei "fast wortgleiche" Angebote machen stutzig
"Stutzig" wurden Bankenvertreter, dass heute ein Angebot einer Bietergruppe für Libro eingelagt sei, das "fast wortgleich" mit dem früheren Papier des Konsortiums um PBS/Stahrlinger sei, wie es aus Bankenkreisen hieß. Ohne Beweise zu haben, lege dies den Verdacht nahe, dass "nur die Frontleute andere" seien, dahinter aber der selbe Interessentenkreis stehe.
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