"Wir sollten alle sehr vorsichtig sein"

Großbritanniens neuer Europa-Minister, Peter Hain, hat Erwartungen gedämpft, die Regierung werde schnell auf die Einführung des Euro zusteuern. "Meine Botschaft zu Europa und dem Euro ist: Immer mit der Ruhe", sagte Hain.
Er sei zwar kein Euro-Skeptiker, Großbritannien sollte bei einer so schwerwiegenden Entscheidung aber nichts überstürzen. Der klare Sieg von Premierminister Tony Blair bei den Wahlen in Großbritannien am 7. Juni hatte die Erwartung geweckt, dass die Regierung die Einführung des Euro nun schnell angehen werde.
"Ich bin für die Gemeinschaftswährung, wenn sie im Interesse Großbritanniens ist", sagte Hain. Finanzminister Gordon Brown habe "absolut richtig" gelegen, vorsichtig gegenüber dem Beitritt zur Euro-Zone zu sein. "Wir sollten alle dabei sehr vorsichtig sein." Es sei zunächst notwendig, "die Geschäftswelt vom Euro zu überzeugen", betonte Hain. Hier gebe es noch immer Skepsis.
Er verwies zudem auf frühere Erfahrungen Großbritanniens mit internationalen Währungskooperationen. So habe sich die Bindung des Pfundes an den Gold-Standard nach dem Krieg als "verheerend" erwiesen. Gleiches gelte für den Eintritt der britischen Währung in das Europäische Währungssystem (EWS) 1990, der zum falschen Wechselkurs erfolgt sei, sagte Hain. "Wir hatten eine riesige Rezession."
Hain hatte den Posten des Europa-Ministers von seinem Vorgänger Keith Vaz übernommen, der aus Gesundheitsgründen aus dem Amt geschieden war. Anfang der Woche hatte bereits der Präsident der Bank von England, Eddie George, einen baldigen Beitritt Großbritanniens zur Euro-Zone ausgeschlossen und dies mit dem hohen Kurs des Pfundes begründet.
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