Donnerstag, 14. Juni 2001

Molterer zur Woche des Waldes

Die energetische Nutzung des Rohstoffes Holz ist der thematische Schwerpunkt der laufenden Woche des Waldes. Österreich ist zu 47 Prozent mit Wald bedeckt. Holz ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff, der beim Verbrennen CO2-neutral ist und damit die Atmosphäre nicht zusätzlich belastet.

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V) betonte in einer Aussendung, die Energie aus dem Wald ist für eine erfolgreiche Klimaschutzstrategie unverzichtbar. Ziel ist es, die Nutzung der Biomasse weiter zu steigern und damit für den Wald und die Umwelt positive Effekte zu erzielen.

Österreich ist zu 47 Prozent mit Wald bedeckt, ein verstärkter Einsatz von Holz für Heizzwecke liegt auf der Hand, so Molterer. Es ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff, der vielerorts praktisch vor der Tür steht und im Gegensatz zu Erdöl und Erdgas beim Verbrennen CO2-neutral ist und damit die Atmosphäre nicht zusätzlich belastet. Zudem wird in Österreichs Wälder der jährliche Zuwachs bei weitem nicht abgeschöpft, hier bestehen enorme Reserven, die derzeit brach liegen. Ihre nachhaltige Nutzung ist laut dem Minister sowohl forst- und volkswirtschaftlich sowie auch aus umweltpolitischer Sicht überaus sinnvoll.

Molterer wies daraufhin, dass Holz ein besonderer Energieträger ist: Beim Wachsen wird das Treibhausgas CO2 (Kohlendioxid) gespeichert. Durch die Photosynthese ist der Wald in der Lage, mit Hilfe von Blattgrün und Licht aus dem CO2 der Luft Sauerstoff zu produzieren. Das dabei verbrauchte Kohlendioxid speichert der Baum als Kohlenstoff im Holz. Schon ein einziger Kubikmeter Holz bestehet unter anderem aus 250 Kilogramm Kohlenstoff, wofür der Wald der Luft 912 Kilogramm CO2 entzieht. Bei der thermischen Nutzung von Holz wird nicht mehr CO2 frei als beim Wachstum gebunden wurde.

Österreich hat international bei der Nutzung von Biomasse die Nase vorne, erklärte Molterer. Derzeit werden im Land etwa 17 Prozent der Haushalte mit Holz beheizt. Österreichweit sind derzeit 587 Biomasse-Heizwerke mit einer Leistung von 730 Megawatt im Einsatz. Nicht nur Gemeinden, sondern auch Industriebetriebe setzen zunehmend auf die Wärme aus Holz.

Eine weitere Steigerung ist aus ökologischen und ökonomischen Überlegungen, aber auch wegen der Unabhängigkeit Österreichs im Energiebereich, notwendig und möglich, sagte der Minister. Insgesamt müssen mehr als drei Millionen Wohnungen und Haushalte in Österreich mit Wärme versorgt werden. Allein dafür werden jährlich etwa 40 Prozent des gesamten heimischen Energiebedarfes eingesetzt.

Umweltpolitisch führt kein Weg an einer Intensivierung der Biomassenutzung vorbei, betonte Molterer. Österreich hat sich verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen in den nächsten zehn Jahren um 13 Prozent zu sind die Voraussetzungen geschaffen worden, die dieses Ziel erreichbar machen. Die Woche des Waldes soll ihren Beitrag dafür leisten, das Bewusstsein weiter zu stärken, so der Umweltminister.

14.6.2001 12:11