Kollaboration mit den Nazis bei Juden-Deportationen

Überlebende des Holocaust wollen die französische Nationale Bahngesellschaft (SNCF) verklagen. SNCF habe im Zweiten Weltkrieg von dem Transport von Tausenden Menschen, die meisten davon jüdischen Glaubens, in deutsche Konzentrations- und Arbeitslager profitiert, heißt es in der Anklage.
"Sie (die SNCF) haben direkt mit den Nazis zusammengearbeitet, die Strecken festgelegt und die Waggons ausgesucht", sagte die Anwältin Harriet Tamen am Mittwoch in New York. Insgesamt sechs US-Anwälte vertreten rund 100 Überlebende vor einem US-Gericht. Die Anwälte der SNCF waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
In der Klage hieß es, nach dem Krieg hat die SNCF keine Anstalten gemacht, diejenigen, die schlecht behandelt und abtransportiert worden seien oder deren Verwandte zu entschädigen. Stattdessen hat die SNCF weitere Bezahlung für ihre Kriegs-Aktivität verlangt und erhalten. Die Überlebenden fordern Schadenersatz von der SNCF.
Das Geld sei jedoch nicht der Grund für die Klage, sagte Nicole Silberkleit. Die 74-Jährige ist die einzige Überlebende von elf Familienmitgliedern, die 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz transportiert wurden. "Ich bin selbst Französin, aber ich finde, die Franzosen haben sich schändlich verhalten", sagte sie. Viele Jahre hätten sie nicht zugegeben, etwas falsch gemacht zu haben.
Den Gerichtsakten zufolge beruft sich die französische Bahngesellschaft auf das Gesetz über die Staatenimmunität von 1976. Das Gesetz wirkt rückwirkend und demnach darf die SNCF vor einem US-Gericht nicht angeklagt werden, argumentierte SNCF demnach. Im März 1998 hatten in den USA Zwangsarbeiter Klage gegen deutsche Unternehmen eingereicht. In der kommenden Woche soll das erste Geld überwiesen werden.
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