Mittwoch, 13. Juni 2001

Neue Verhandlungsrunde soll 50%-Nachlass bringen

Die angeschlagene börsenotierte Medienhandelskette Libro will sich mit den rund 800 Lieferanten auf eine neuen Quote einigen. Dies soll noch vor der nächsten Bankenrunde am kommenden Freitag geschehen.

Während Libro den Lieferanten zuletzt lediglich 40 Prozent, was der gesetzlichen Mindestquote in einem gerichtlichen Ausgleichsverfahren entsprechen würde, geboten hat, will der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) eine massive Quotenverbesserung durchsetzen. Die Lieferantenverbindlichkeiten betragen 730 Mill. S.

Heute, Mittwoch, treffen Lieferanten, Kreditversicherer und Vertreter des KSV zu einer weiteren Verhandlungsrunde zusammen. Dabei will man sich für die knapp 100 großen Lieferantengläubiger auf einen Nachlass von 50 Prozent einigen. Die rund 700 kleineren Gläubiger sollen bis zu einem Sockel von 1,5 Mill. S voll befriedigt werden, darüber hinausgehende Forderungen sollen im Rahmen der vereinbarten Quote bezahlt werden.

Von den Banken, bei denen die Handelskette mit 2,3 Mrd. S in der Kreide steht, will Libro ebenfalls einen Nachlass von 60 Prozent. Die Kreditinstitute wollen wie auch die Lieferanten von Libro ein konkretes Quotenangebot, über das am kommenden Freitag verhandelt werden kann.

Von den beiden Libro-Interessenten dürfte sich die VCH nach dem Absprung der britischen Investmentgesellschaft Alchemy zurückgezogen haben. Der Welser Büroartikelhändler Anton Stahrlinger hat seine Prüfung im Datenraum abgeschlossen. Zur Diskussion steht weiters eine Übernahme durch die Gläubigerbanken.

Die Libro-Aktie hat heute jedenfalls kräftig und zwar um 19,2 Prozent auf 4,29 Euro zugelegt.

13.6.2001 14:49