Umschwung in der Haltung

Ein "striktes Nein zur Erhöhung des Saisonnierkontingents" kam heute, Mittwoch, von Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann. Im Vorjahr hatte sie sich noch für eine Aufstockung des Saisonnierkontingents für den Tourismus stark gemacht.
"Die Aufstockung der Saisonniers kann sicher keine Patentlösung für den touristischen Arbeitsmarkt sein", betonte Rossmann bei einem Pressegespräch. Außerdem vermittle das Arbeitsmarktservice (AMS) nicht zielorientiert, kritisierte Rossmann.
Künftig müsse man verstärkt das vorhandene Potenzial ausschöpfen und die Qualitätsmaßnahmen - vor allem in Bezug auf Sprachkenntnisse und neue Lehrberufe - verbessern. Die Arbeitslosigkeit im Tourismus sei zuletzt zwar rückläufig gewesen, in der vergangenen Wintersaison habe es aber eine Sockelarbeitslosigkeit von 20.000 Personen gegeben. Außerdem steige nun auch die Arbeitslosenrate bei in Österreich lebenden ausländischen Arbeitskräften.
Das Saisonnierkontigent hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zum Zankapfel zwischen Tourismusbetrieben und Tourismusgewerkschaft entwickelt. Während die Betriebe den nach eigenen Angaben starken Mangel an Arbeitskräften und die Unvermittelbarkeit der arbeitslos gemeldeten Personen ins Feld führen, verweist die Tourismusgewerkschaft auf die hohe Arbeitslosenrate bei in- und ausländischen Arbeitskräften. Zuletzt wurde das Saisonnierkontingent von 2.920 im Vorjahr für den Sommer 2001 auf 4.785 angehoben.
Rossmann hat sich heute erneut für die Einführung einer neuen Abfertigungsregelung auch im Tourismus ausgesprochen, da die bereits bestehende Abwanderung von Arbeitskräften im Tourismus - und speziell von Saisonbetrieben - dadurch verstärkt würde. "Die 150.000 Arbeitnehmer im Tourismus können von der Abfertigung nicht ausgeschlossen werden", so Rossmann.
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