Zertifikat für mehr Sicherheit

Schmuckbetrüger sollen es in Hinkunft schwerer haben. Ein weltweit einheitliches Gütesiegel für Diamanten des Weltverbandes der Diamantenbörsen soll für mehr Sicherheit sorgen.
Mit einem weltweit einheitlichen Gütesiegel für Diamanten will der Weltverband der Diamantbörsen (WFDB) Schmuckbetrügern den Kampf ansagen. Bei dem Präsidententreffen der 23 Diamantbörsen in Idar-Oberstein sagte WFDB-Vorstandsmitglied Dieter Hahn am Dienstag, dass die Zahl gefälschter Gutachten steige. Die verschiedenen Systeme zur Bewertung der Steine müssten nach Ansicht des Verbands international harmonisiert werden. Kunden bräuchten Sicherheit bei einer Wertanlage in dieser Branche, sagte Hahn.
"Käufer von Diamanten meinen nach Telefongeschäften oft, ein Schnäppchen gemacht zu haben, weil ihnen anhand geschönter Gutachten Gewinne von zum Beispiel zehn Prozent in drei Monaten versprochen werden", sagte Hahn. Später ließen sie Expertengutachten anfertigen, die Steine schätzen und wunderten sich dann über den "unerwartet niedrigen Wert", sagte Hahn. Viele Gutachten seien geschönt oder gefälscht. "Die Zertifikate sehen oft beeindruckend aus, sind aber von den großen Verbänden und Gutachter-Firmen nicht anerkannt", so Hahn. Er warnte vor überhöhten Ausgaben für minderwertige Steine.
Zertifikat für mehr Sicherheit
Vom Weltverband anerkannt seien zum Beispiel die Zertifikate des Gemological Institute of America und vom Diamantprüflabor an der Diamant- und Edelsteinbörse Idar-Oberstein. "Wir streben ein gemeinsames Zertifikat an für mehr Klarheit auf dem Markt", sagte Hahn. Hilfreich dabei sei der heutige Stand der Technik, um zuverlässige Analysen vorzulegen.
Diamanten-Flaute an den Börsen
Nach Darstellung des Verbandes bremst die momentane Konjunkturflaute in den USA und das schwache Geschäft an den internationalen Börsen die Nachfrage nach Diamanten. "Die Geldverluste vieler Privatanleger spürt auch der Edelsteinmarkt. Es ist weniger Geld für Luxusartikel vorhanden", sagte Hahn. Etwa 70 Prozent der Rohdiamanten werde in der Industrie verwendet, 30 Prozent der Edelsteine gingen in die Schmuckindustrie.
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