Wien ist Spitzenreiter bei Betriebskosten

Mieten für Büros und Eigentumswohnungen sind in Österreich trotz des anhaltenden Baubooms im europäischen Vergleich nach wie vor relativ günstig. Reichlich teuer kommt den Österreichern dagegen der Erwerb von größeren Eigentumswohnungen zu stehen. Hier muss bis zu doppelt so viel hingeblättert werden.
Dies geht aus dem Jahresbericht ("Eurimmostat 2000") des europäischen Immobilienrates CEPI hervor, den am Dienstag die Bundesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder präsentiert hat.
So beträgt in Österreich die durchschnittliche Monatsmiete für ein 300-Quadratmeter-Büro in der Hauptstadt 2.800 Euro (38.529 S) - in London und Paris wird jeweils mehr als das Zehnfache dieser Summe verlangt. Wien liegt damit an letzter Stelle in der europäischen Hauptstadt-Liste.
Auch in der Kategorie "zweitgrößte Stadt" weist Österreich eine im europäischen Vergleich niedrige Miethöhe auf: 1.850 Euro muss pro Monat in Graz für ein 300-m2-Büro gezahlt werden, deutlich weniger als etwa im finnischen Jantaa (2.500 Euro) oder im belgischen Antwerpen (2.780 Euro). In Hamburg kostet der Büroraum immerhin bereits das 2,5-Fache, in Birmingham mehr als das Fünffache von Wien. Auch der Anschaffungspreis für Büroraum ist laut dieser Statistik von allen erfassten EU-Ländern in Wien am geringsten.
Niedrige Mieten werden bei Ost-Erweiterung zu Investitionszugpferd
Den Hauptgrund für die geringen Büromieten in Österreich ortet Gerhard Steller, der Bundesinnungsmeister der Vermögens- und Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in den noch beträchtlichen Büroflächen in Altbauten, die den Durchschnittspreis drücken. Zwar seien auch die neu errichteten Büroflächen vergleichsweise günstig, der Abstand zum internationalen Preisniveau sei hier aber nicht so gravierend. "Die vergleichsweise niedrigen Mieten können zu einem guten Ansatzpunkt für Investitionen werden, die im Zug der EU-Osterweiterung getätigt werden", meint Steller.
Im unteren Mittelfeld liegen die österreichischen Städte auch bei den Mieten für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. So schlägt die statistische Miete für ein Einfamilienhaus in Wien (drei Schlafzimmer) bei Eurimmostat lediglich mit 1.100 Euro zu Buche - billiger ist es nur in Helsinki und Amsterdam. Ähnlich günstig sind in Wien und Graz auch die Wohnungsmieten (750 bzw. 640 Euro für vier Zimmer).
Teures Pflaster: Eigentumswohnungen doppelt so teuer
Etwas anders sieht das Bild bei den Kaufpreisen für private Immobilien aus: Hier liegt die Alpenrepublik - namentlich bei den größeren Eigentumswohungen im gehobenen Mittelfeld: In Wien kostet eine statistische Vierzimmerwohung 240.000 Euro, gegenüber 125.000 Euro etwa in Brüssel. Bei den "zweitgrößten Städten" liegt Graz hier unter den teuersten europäischen Pflastern.
Wien ist Spitzenreiter bei Betriebskosten
Eine traurige Spitzenstellung kann Österreich auch heuer bei den Betriebskosten verbuchen: Für eine mittlere Wohnung in der Hauptstadt zahlt der Österreicher demnach 185 Euro pro Monat. In Madrid und Paris werden gerade einmal 70 bzw. 71 Euro für Wasser, Kanal und Müllabfuhr verlangt.
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