Dienstag, 12. Juni 2001

Bis zu zwei der neun Werke werden geschlossen

Wienerberger will Megalith, den zweitgrößten deutschen Ziegelhersteller, übernehmen. Dabei werden drei Ziegelwerke und ein Kalksandsteinwerk um 647 Mill. S erworben. Bis zu zwei Werke von Megalith sollen dabei stillgelegt werden.

Wienerberger hat eine Vereinbarung zur Übernahme der deutschen Megalith Gruppe per 1. Juli 2001 unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Dienstag ad-hoc mit. Megalith ist der zweitgrößte Ziegelproduzent in Deutschland und betreibt insgesamt neun Werke für Wandbaustoffe, vier davon in den Neuen wird drei Ziegelwerke und ein Kalksandsteinwerk zu einem Kaufpreis von rund 47 Mill. Euro bzw. 647 Mill. S (debt-free) erwerben. Zwei weitere Ziegelwerke sowie je ein Sturz- und Kalksandsteinwerk werden gepachtet. Ein Ziegelwerk wird von Megalith nachhaltig stillgelegt, hieß es weiter.

Im Jahr 2000 erwirtschaftete Megalith mit 320 Mitarbeitern einen nicht konsolidierten Umsatz von rund 60 Mill. Euro (826 Mill. S). 457 Mill. Ziegeleinheiten konnten abgesetzt werden. Megalith hält damit einen Anteil von rund 10 Prozent am deutschen Ziegelmarkt. Das ist auf Grund der angespannten Preissituation insgesamt leicht negativ gewesen.

Verwaltungs- und Vertriebsorganisation von Megalith sollen marktorientiert in die Wienerberger Strukturen integriert werden. Zusätzlich müssen die Ziegelkapazitäten in den Neuen Bundesländern an die vorhandene Nachfrage angepasst werden. Aus heutiger Sicht bedeutet dies die Stillegung von bis zu zwei Werken. Durch die Verlagerung der Produktions- und Absatzmengen kann die Kapazitätsauslastung der bestehenden Werke sichergestellt werden. Über einen Verbleib des Kalksandsteinbereiches in der Wienerberger Gruppe wird in den nächsten Wochen entschieden werden.

Die aktive Mitwirkung von Wienerberger an der nachhaltigen Restrukturierung des deutschen Ziegelmarktes ist bereits in den letzten Wochen vom neuen Vorstandsvorsitzenden, Wolfgang Reithofer, angekündigt worden. Seiner Ansicht nach kann Wienerberger damit mittelfristig ein zusätzliches Ertragspotential von mehr als 50 Mill. Euro in den schwierigen mitteleuropäischen Märkten, Deutschland, Österreich und Schweiz ausschöpfen.

12.6.2001 10:50