Montag, 11. Juni 2001

Derzeit "keine Notwendigkeit für eine große Fusion"

Die US-amerikanische Investmentbank Morgan Stanley ist offenbar an einer Fusion mit American Express interessiert. Bereits im Vorjahr hat es erste Gespräche gegeben.

American Express ist aus mehreren Gründen für Morgan Stanley interessant: Das Unternehmen beschäftigt zahlreiche Finanzberater, American Express Financial Advisors verwaltet zudem Mittel in Höhe von 230 Mrd. Dollar (271 Mrd. Euro/3,7 Bill. S). Dazu kämen das Kreditkartengeschäft für Besserverdienende sowie die Einlagenbasis der Banksparte von American Express.

Morgan Stanley wolle angesichts des Wettbewerbdrucks und der Konsolidierung in der Branche Schritt halten. Die Investmentbank wolle mit einem Marktwert seiner Aktien von 72 Mrd. Dollar ein starker Mitspieler in der globalen Landschaft bleiben. Mit einer Fusion mit American Express würde Morgan Stanley in der Spitzenliga bleiben.

Die Aktien von American Express haben einen Gesamtwert von 52 Mrd. Dollar. Das Unternehmen wird in diesem Jahr nach Schätzungen des Fachblattes 2,8 Mrd. Dollar verdienen.

Morgan Stanley-Chef Philip Purcell sieht allerdings "zum jetzigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit für eine große Fusion". Das Unternehmen sei gut kapitalisiert und positioniert, um den Anforderungen der nächsten Jahre gerecht zu werden, erklärte Purcell. Die Wall Street erwartet nach Angaben der Zeitung für Morgan Stanley in diesem Jahr einen Gewinn von rund 4,5 Mrd. Dollar.

11.6.2001 17:25