Umsätze pro Kunde würden ohne UMTS künftig sinken

Die Mobilfunkbetreiber werden weltweit bis 2005 mit den Diensten der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), die europaweit ab 2002 eingeführt werden soll, rund 60 Mrd. US-Dollar (70,9 Mrd. Euro/975 Mrd. S) umsetzen: 2010 werden die Umsätze die 300 Mrd. Dollar-Grenze überschreiten.
Abheben würden die UMTS-Dienste aber nur, wenn sie leicht zu bedienen seien, ist Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic überzeugt.
Den größten Anteil - nämlich 34 Prozent - an den UMTS-Umsätzen werden laut Studie bis 2010 nach wie vor die Sprachdienste haben. Mit einfacher Sprachübermittlung sollen 2010 weltweit 88 Mrd. Dollar umgesetzt werden. Den zweitgrößten Umsatzanteil werden personalisierte Unterhaltungs- und Informationsangebote stellen, gefolgt von mobilen Zugangsdiensten zum Intra- und Internet. Bei UMTS sei die Personalisierung der Dienste relativ einfach und schnell zu bewerkstelligen, bemerkte Nemsic.
Weitere UMTS-Umsätze werden künftig laut UMTS Forum mit dem reinen mobilen Zugang zum Internet, mit Multimedia-Nachrichten, mit Videotelefonie und Multimedia-Konferenzen sowie mit ortsbezogenen Diensten (so genannten location based services) gemacht werden.
UMTS werde den Mobilfunkbetreibern künftig Zusatzerlöse sichern, zumal sich die Umsätze pro Kunde Studien zufolge in den kommenden Jahren u.a. auf Grund des Preisverfalls zunehmend verringern werden. Der Umsatz pro Mobilfunkkunde beträgt laut UMTS-Forum weltweit derzeit rund 30 Dollar (35,4 Euro/487 S) pro Monat. Ohne UMTS-Dienste würde der Umsatz bis 2010 auf knapp 14 Dollar sinken, bei 70 Prozent UMTS-Kundenanteil hingegen auf knapp 35 Dollar steigen.
"Die Wertschöpfungskette wird mit UMTS vielschichtiger", betonte Nemsic. Netzbetreiber könnten zum Contentanbieter mutieren oder sich auf die Bereitstellung von Infrastruktur und Trägerdiensten konzentrieren. Für die Mobilkom Austria liege die Wahrheit "irgendwo in der Mitte". Die Mobilkom will 2002 zunächst in Ballungszentren mit dem kommerziellen Betrieb von UMTS starten, sofern die Endgeräte dazu verfügbar seien, und bis 2003 rund 100 Mill. Euro in den Aufbau der UMTS-Infrastruktur investieren, sagte Nemsic.
2004/05 könnten UMTS-Dienste bereits einen zweistelligen Prozentsatz zum Gesamtumsatz der Mobilkom beitragen, meint Nemsic. 90 Prozent der UMTS-Dienste würden auch über die UMTS-Vorstufe GPRS (General Packet Radio System) laufen, allerdings viel langsamer, so Nemsic.
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