Montag, 11. Juni 2001

EU gegen Wucherpreise für Hollywood-Filme

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti findet Film-DVDs zu teuer. Nun hat er offenbar die großen Hollywood-Studios um eine Rechtfertigung ihrer Preispolitik gebeten.

Medienberichten zufolge sollen die amerikanischen Filmkonzerne erklären, warum Film-DVDs in den USA wesentlich billiger sind als in Europa. Durch den Einbau so genannter Regionencodes kann eine in den USA gekaufte DVD meist nicht auf europäischen Geräten abgespielt werden.

Der Verbraucher könne daher keinen Nutzen aus den Preisunterschieden ziehen, kritisieren die Wettbewerbshüter. Die EU-Kommission will daher prüfen, ob sich die Unternehmen durch den Einbau technischer Tricks wettbewerbswidrig verhalten. Die amerikanischen Konzerne hatten den Einbau der Codes bisher damit gerechtfertigt, dass sie die regionale Abrechnung von Tantiemen erleichtere. Die Industrie hatte sich im vergangenen Jahr in zahlreichen Prozessen erfolgreich gegen die Veröffentlichung des geknackten Codes (DeCCS) im Internet gewehrt.

Wettbewerbskommissar Monti hatte bereits bei früheren Gelegenheiten gesagt, dass die Grenze zwischen dem Schutz des Eigentums und der Ausnutzung einer dominanten Marktposition nur äußerst dünn sei. Er bezweifelt zudem, dass die hohen Preise für DVDs mit älteren Filmen gerechtfertigt sind. Das Überspielen alter Filme sei relativ günstig, so Monti.

11.6.2001 13:28