Sonntag, 17. Juni 2001

Überlegene WM-Führung für Rossi

Valentino Rossi ist nach zwei "Niederlagen" an die Spitze zurückgekehrt. Der Italiener gewann am Sonntag in Barcelona den Grand Prix von Katalonien in der 500-er-Klasse und feierte im sechsten Saisonrennen seinen vierten Sieg. Andy Meklau ist im Training in Amerika bei 200 km/h gestürzt.

In der WM liegt Rossi nun 26 Punkte vor Max Biaggi in Front. Bei den 250-ern setzte sich mit dem Japaner Daijiro Katoh zum bereits fünften Mal in dieser Saison ebenfalls der Favorit durch, bei den 125-ern siegte der Italiener Lucio Cecchinello.

Selbst ein verschlafener Start und gegnerische Rempler konnten Rossi nicht am Siegen hindern. Der aus der Pole-Position ins Rennen gegangene Italiener kehrte zwar nur an 15. Stelle aus der ersten Runde zurück. Bei halber Distanz lag er aber bereits in Führung und fuhr dann sein eigenes Rennen. Rossi ist der erste Fahrer, der auf dem Circuit de Catalunya in allen drei Klassen als Sieger abgewunken wurde. 1997 hatte er bei den 125-ern, 1998 und 1999 bei den 250-ern triumphiert. "Nach so einer ersten Runde noch ein Rennen zu gewinnen, ist großartig. Aber das Set Up und die Reifen meiner Honda waren optimal, ich habe mich richtig komfortabel gefühlt", sagte Rossi bei der PK.

Dreifacher italienischer Erfolg
Hinter dem nunmehr 32-fachen Grand-Prix-Gewinner Rossi, der zuletzt in Le Mans Dritter geworden und in seinem Heimrennen in Mugello gestürzt war, sorgten Max Biaggi und Loris Capirossi für einen dreifachen italienischen Erfolg. In der gleichen Reihenfolge führt das Trio auch die Gesamtwertung an.

Katoh gewint Viertelliter-Klasse
Zwei Wochen nach seinem missglückten Auftritt in Mugello, wo er lediglich Zehnter geworden war, kehrte auch Daijiro Katoh zum Siegen zurück. Der Japaner, der schon die ersten vier Saisonrennen für sich entschieden hatte, behielt im Duell der zur Zeit besten Fahrer der Viertelliter-Klasse gegen seinen Landsmann Tetsuya Harada abermals die Oberhand. Dem Weltmeister von 1993 blieb schon zum vierten Mal in diesem Jahr Platz zwei. Im WM-Gesamtklassement führt Katoh nun mit zehn Punkten Vorsprung auf Harada.

Cecchinello bei 125er siegreich
Die beiden Trainingstage hatte Lucio Cecchinello fast nach Belieben dominiert, im Rennen der 125er musste sich der Italiener aber zur Freude der 100.000 Zuschauer bis zuletzt gegen den Newcomer Toni Elias wehren. Der junge Spanier, der vor vier Wochen als Dritter des Grand Prix von Frankreich erstmals unter die ersten Drei gefahren war, ließ nichts unversucht, um "seinem" Publikum den Sieg zu schenken. Elias nahm in der Schlussrunde sogar Feindberührung in Kauf. Für Cecchinello bleibt Spanien ein guter Boden. Schon seinen zuvor einzigen Sieg hatte der Aprilia-Fahrer aus Bologna in Iberien realisiert, vor drei Jahren in Jarama. Manuel Poggiali (San Marino) genügte der dritte Platz, um erstmals die Führung in der WM-Wertung zu übernehmen. Der bisherige Leader, der Italiener Gino Borsoi, stürzte schon in der ersten Runde und kam nicht über den 18. Platz hinaus.

Andy Meklau im Training bei 200 km/h gestürzt

Nach seinem ausgezeichneten vierten Platz zuletzt in Raod America wurde der Höhenflug von Andy Meklau in der US-Superbike-Meisterschaft durch einen Sturz gestoppt. Der Ducati-Pilot aus Österreich rutschte in Loudon bereits im Freien Training für den siebenten Saisonlauf bei rund 200 km/h von der Strecke und quetschte sich dabei drei Finger der rechten Hand.

"Die gequetschten Finger tun zwar sehr weh, aber ich froh, dass nichts gebrochen ist", berichtete der 33-jährige Steirer, dessen Maschine nach diesem Mißgeschick nur mehr Schrottwert hatte. Meklau fuhr zwar mit einer Ersatzmaschine auf Rang zwölf, musste dann aber das Training wegen zu starker Schmerzen abbrechen. Der Österreicher hoffte trotz dieses Handicaps mit therapeutischer Hilfe auf ein gutes Ergebnis im Rennen am Sonntag.

17.6.2001 17:48