Ermittlungen gegen Figueiras und Osa

Die italienischen Rennställe werden sich nicht an den vom nationalen Radsport-Verband (FCI) angeordneten Wettkampf-Stopp halten und bei Rennen im Ausland an den Start gehen. "Wir fahren weiter", erklärte Franco Ballerini vom Mapei-Quick-Step-Team. Mit der Zwangspause hatte der FCI auf den Dopingskandal beim 84. Giro d'Italia reagiert.
Nach Angaben der Zeitschrift "Panorama" ermittelt die Staatsanwaltschaft in Florenz neben Jan Ullrich auch gegen den Giro-Dritten Unai Osa (Spanien) und den ehemaligen U-23-Weltmeister Giuliano Figueras (Italien) wegen Verstoßes gegen das Dopinggesetz. In Florenz wurden diese Meldungen am Freitag nicht kommentiert. "Wir nennen keine Namen", sagte Staatsanwalt Luigi Bocciolini, der offiziell "gegen 86 Personen, darunter bis zu 60 Fahrer ermittelt".
Die ersten Verhöre der Verdächtigten finden nach Angaben der "La Gazzetta dello Sport" frühestens Anfang nächster Woche in Florenz statt. Dann wird auch Jan Ullrich die Möglichkeit haben, die gegen ihn erhobenen Dopingvorwürfe zu entkräften. Das bei dem Telekom-Kapitän bei der Doping-Razzia am Mittwoch vergangener Woche in San Remo gefundene Kortekoid-Präparat sei ein Asthma-Mittel, teilte sein Team mit. Dies dürfe Jan Ullrich zum Inhalieren gegen sein allergisches Asthma benutzen, obwohl Kortekoide eigentlich auf der Dopingliste stehen. "So steht es in seinem Gesundheitsbuch", sagte Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig.
Auch Figueras fühlt sich zu Unrecht verdächtigt. Bei ihm sei ein Schmerzmittel mit dem verbotenen Kortison gefunden worden. "Dies war therapeutisch nötig. Das steht in meinem Gesundheitsbuch", sagte der 25-jährige Italiener, der deshalb keinerlei Konsequenzen fürchtet.
Kaum Konsequenzen wird auch der vom FCI am Mittwochabend auf die dringende Bitte des Nationalen Olympischen Komitees (Coni) hin angeordnete Rennstopp haben. Ab 18. Juni wird bis zur Verabschiedung eines Ethik-Codex' zur Doping-Bekämpfung von der Jugendklasse bis hin zur Profi-Rundfahrt in Italien kein Rennen mehr ausgetragen werden. Außerdem hatte der Verband die Teams aufgefordert, in dieser Zeit auch international nicht anzutreten.
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