Audi-Doppelsieg bei 24-Stunden-Rennen

Die schönsten Bilder des Rennens:
Slideshow
Audi hat die "Wasserspiele" von Le Mans zu einem Festival gemacht und wie im Vorjahr beim 24-Stunden-Rennen gewonnen. Die Titelverteidiger und haushohen Favoriten aus Ingolstadt schafften einen souveränen Doppelerfolg.
Sie dominierten den von heftigem Regen beeinträchtigten Langstrecken-Klassiker an der Sarthe praktisch vom Start bis ins Ziel. Ausgezeichneter Vierter wurde der Chrysler-Protoyp von Karl Wendlinger, womit der 32-jährige Tiroler, der in den vergangenen zwei Jahren mit der Viper jeweils die GTS-Klasse gewonnen hatte, wieder ein Spitzenresultat erzielte.
Audi ist stolz
"Wir sind stolz, dass wir wieder ganz vorne gelandet sind", bilanzierte der österreichische Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. "Respekt vor den Fahrern. Ich glaube nicht, dass irgendjemand schon mal so lange im Regen gefahren ist und auch noch Erfolg hatte." Nach 321 Runden, 4.367 Kilometern und vier Neutralisierungen wegen der Unwetter durften sich der Deutsche Frank Biela, der Däne Tom Kristensen und der Italiener Emanuele Pirro wie im Vorjahr vor 300.000 Zuschauern als Sieger feiern lassen. Rang zwei belegte der zweite Werks-Audi R8 mit dem Franzosen Laurent Aiello und den Italienern Rinaldo Capello und Christian Pescatori.
Platz drei blieb bei der 69. Auflage von Le Mans ebenfalls "in der Familie": Rückkehrer Bentley, der wie Audi zum VW-Konzern gehört und den Vorjahres-Motor der Ingolstädter verwendet, kam beim Debüt mit Andy Wallace/Eric van de Poele/Butch Leitzinger (Großbritannien, Belgien, USA) mit 14 Runden Rückstand aufs Podium.
Regen machte Rennen zum Risiko
Sintflutartiger Regen machte das Hochgeschwindigkeits-Rennen zum Risiko und die Fahrt im offenen Audi äußerst ungemütlich. "Wie wenn man auf Glatteis fährt", beschrieb Biela die Probleme und sagte: "Ich möchte nie wieder ein Rennen unter so schwierigen Bedingungen fahren" Capello schloss sich dem an. "Es stand so viel Wasser auf der Strecke, dass wir auf den Geraden nur mit Halbgas fahren konnten, und selbst das war noch abenteuerlich."
Wegen zahlreicher Unfälle wurde das Rennen mehrmals neutralisiert. Deshalb schrumpfte der Audi-Vorsprung immer wieder. Bei Halbzeit waren von den 48 gestarteten Fahrzeugen nur noch 28 im Rennen. Auch die Audi-Piloten hatten Ausrutscher. Aiello musste zur Reparatur und fuhr an der Box zwei Mechaniker des benachbarten Champions-Teams um. Die Unfall-Opfer kamen mit Prellungen davon.
Wendlinger auf Platz vier
Wendlinger hatte zusammen mit Olivier Beretta und Pedro Lamy sogar Platz drei im Visier. Doch ein Wasserpumpen-Defekt und der Tausch des Starter-Motors kosteten viel Zeit. "Man sollte nicht Platz drei nachtrauern. Die Freude über Platz vier ist riesig, denn bei meinem achten Antreten in Le Mans war das eines der schwersten Rennen überhaupt. Der starke Regen war speziell in der Nacht unglaublich", sagte Wendlinger und Oreca-Teamchef Hugues de Chaunac lobte: "Wenn man bedenkt, dass unser Auto erst ganze fünf Monate alt ist, war das eine wirklich tolle Leistung des Teams und der Fahrer. Fünf Monate später und diese Missgeschicke wären nicht passiert."
Audi dementiert Formel-1-Einstieg
Bereits jetzt ist es ein offenes Geheimnis, dass Audi auch im kommenden Jahr in Le Mans startet. Die Verantwortlichen wollen den Hattrick. Obwohl renommierte Konkurrenz fehlt, halten die Ingolstädter an ihrem Programm fest. Ein eventueller Formel-1-Einstieg wurde heftig dementiert. "Kein Thema" ist dies laut Entwicklungschef Werner Mischke: "Das wäre für Audi nicht der richtige Weg."
Ergebnisse des 24-Stunden-Rennens in Le Mans 2001
1. F. Biela/T. Kristensen/E. Pirro (GER/DEN/ITA) Audi R8 321 Rd = 4.367,205 km (181,967 km/h)
2. L. Aiello/R. Capello/Ch. Pescatori (FRA/ITA/ITA) Audi R8 + 1 Rd
3. A. Wallace/E. v.d.Poele/B. Leitzinger (GBR/BEL/USA) Bentley 15
4. O. Beretta/K. Wendlinger/P.Lamy (MON/AUT/POR) Chrysler 23
5. J.-D. Deletraz/P. Fabre/J. Gene (SUI/FRA/ESP) Reynard 37
6. F. Babini/G. Rosa/L. Drudi (ITA/ITA/ITA) Porsche 38
7. G. Jeanette/R. Dumas/Ph. Haezebrouck (USA/FRA/FRA) Porsche 39
8. R.Fellows/J. O'Connell/S.Pruett (CAN/USA/USA) Corvette 43
Schnellste Runde: Laurent Aiello (FRA) Audi 3:39,046 Min.
Dalai Lama in Österreich10:29
Frühstück mit Dalai LamaTibeter trifft Faymann und Schönborn zum Frühstück. Kanzler ohne Angst vor China-Protest.
Grand Prix von Monaco07:51
Monte Carlo dreht aufGP-Klassiker wird zum Reifen-Roulette. Die 70. Auflage hat gleich mehrere Favoriten.
Familiendrama in St. Pölten11:25
Bub ringt mit dem TodKlinik: Zustand nach Kopfschuss "sehr, sehr kritisch". Scheidung als Auslöser der Bluttat?
