Formel 1 nicht nur für Insider

Michael Schumacher hat sich erstmals in den Formel-1-Machtkampf eingeschaltet und vor dem Verschwinden der Königsklasse ins Pay-TV gewarnt. "Wir müssen die Zuschauer ansprechen und nicht im Pay-TV einen kleinen speziellen Formel-1-Insiderkreis", fordert der dreimalige Weltmeister.
Obwohl der Münchner Medienunternehmer Leo Kirch die weltweiten Vermarktungsrechte für die Königsklasse des Motorsports gekauft hat, glaubt der Ferrari-Star nicht unbedingt, dass sich seine Sportart großartig verändern wird. "Es wird nie etwas so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Frage ist, was Herr Kirch sich vorstellt, was er aus diesem Sport machen will." Der WM-Führende geht immerhin davon aus, dass sich "Herr Kirch da arrangieren wird. Der Sport hat jetzt seit über 50 Jahren Bestand, hat sich prächtig entwickelt, und ich glaube nicht, dass Herr Kirch daran interessiert ist, den Sport kaputt zu machen - was sicher möglich wäre, wenn man versucht, alles auf den Kopf zu stellen."
Kritik an Gegen-Formel-1
Selbst die Pläne der fünf in der Formel 1 vertretenen Automobil- Unternehmen Fiat (Ferrari), DaimlerChrysler (McLaren-Mercedes), Renault (Benetton-Renault), BMW (Williams-BMW) und Ford (Jaguar) spätestens ab 2008 eine Konkurrenzserie zu gründen, werden von dem Starpiloten kritisch gesehen. Falls die Konzerne die Regie übernehmen könne dies nur zur Unruhe führen. "Das habe ich damals bei den Tourenwagen verfolgen können, nur einer kann das Rennen gewinnen. Die anderen werden unzufrieden sein." Selbst wenn die von seinem Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bereits als "Formel Gold" getaufte Gegenserie installiert würde, gibt Schumacher der bisherigen Rennserie weiter eine Chance: "Die Formel 1 hat vor mir funktioniert, die wird auch nach mir funktionieren."
Im Machtkampf zwischen der Kirch-Gruppe und den Automobilkonzernen fühlt sich selbst Schumacher ("Man muss bedenken, dass es sehr viele Interessengruppen in der Formel 1 gibt") machtlos: Vielleicht gäbe es zwei, drei Fahrer, die ein bisschen Einfluss nehmen könnten. "Ob sie es wollen, ist allerdings eine ganz andere Frage."
Auch das Wirken des bislang unumschränkten Formel-1-Herrschers Bernie Ecclestone, der 75 Prozent seiner Aneile an der Vermarktungsgesellschaft SLEC an die Kirch-Gruppe verkauft hat, sieht Schumacher nicht nur positiv. "So eine Monarchie a la Ecclestone hat gewisse Vorteile, aber auch Nachteile."
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