Donnerstag, 14. Juni 2001

SPEZIAL: Alle Infos zur Bank-Austria-Tour 2001

Ein Mountainbike-Profi gab der Straßen-Elite auf der Bank-Austria-Tour eine Lehrstunde im Klettern. Der Australier Cadel Evans, Weltcupsieger von 1998, feierte auf der vierten Etappe von Badgastein zur Bergankunft auf dem Kitzbühler Horn (144 km) einen Solosieg und übernahm auch das Gelbe Trikot.

Bester Österreicher war Hans Peter Obwaller als Tages-Vierter, der Salzburger ist vor der Glockner-Etappe nach Lienz neuer Gesamt-Zweiter mit 47 Sekunden Rückstand.

Franz Stocher hatte die 7,5 km lange Schlusssteigung mit einem Fluchtgefährten mit sieben Minuten Vorsprung in Angriff genommen, doch der Sprint- und Bahn-Spezialist wurde bald von den Kletterern überholt, die in den steilen Kehren zum Alpenhaus ein Furioso entfachten. Mountainbiker Michael Rasmussen eröffnete, Maurizio Vandelli konterte und rund vier Kilometer vor dem Ziel kam die unwiderstehliche Attacke von Evans.

So wie im Vorjahr Georg Totschnig erreichte der Olympia-Siebente das Ziel alleine vor tausenden Fans, unter ihnen auch der zweifache Kitzbühel-Sieger Fritz Strobl und Ex-Staffel-Weltmeister Michail Botwinow.

Obwaller blieb wie die übrigen Rivalen der Spitzengruppe zurück. "Evans war wahnsinnig stark, Vandelli hätte freie Hand gehabt, aber auch er kam nicht mit", sagte der ÖRV-Bergmeister. Der Pinzgauer war mit seiner eigenen Leistung zufrieden. "Ich hatte am Vorabend schlechtes Essen erwischt und kaum drei Stunden geschlafen", sagte Obwaller. "Aber meine Teamkollegen haben mich gepusht."

Der 29-Jährige hielt lange Zeit den Kontakt zu seinem Stall-Kollegen Vandelli und dem Slowenen Valter Bonca, die etwa eine halbe Minute hinter Evans ins Ziel kletterten, und büßte nur 40 Sekunden ein. "Wenn ich den Platz unter den Top drei halte, bin ich mehr als zufrieden", erklärte Obwaller. Sollte Evans aber Schwächen zeigen, werde er zuschlagen.

Thomas Mühlbacher erreichte das Ziel als drittbester Österreicher nach Jürgen Pauritsch (6.) mit 1:43 Minuten Rückstand und ist Gesamt-Vierter (+1:49). "Ich habe mir den Anstieg genau eingeteilt, ich bin recht zufrieden, obwohl ich von mehr geträumt habe", sagte der Oberösterreicher. Vom Podestplatz, den Paolo Tiralongo (ITA) einnimmt, trennen ihn 27 Sekunden. "Das wird schwer aufzuholen sein", sagte der Gesamt-Fünfte von 1999.

Christian Pfannberger, der wie Evans, Obwaller, Tiralongo, Mühlbacher etc. bei der vorentscheidenden Attacke zum Rundfahrt-Auftakt in Dornbirn dabei war, verteidigte als Neunter seinen Top-Ten-Platz, obwohl er als 32., unmittelbar vor Gerhard Trampusch, 4:42 Minuten einbüßte. Trampusch, als Mitfavorit gestartet, ist weit von seiner Bestform entfernt. Riebenbauer verlor im Gelben Trikot als Sprinter "nur" 6:12 Minuten und ist immerhin noch Gesamt- Elfter.

14.6.2001 16:53