Samstag, 16. Juni 2001

Bulgarien-König will "Bürde der Verantwortung" tragen

In Bulgarien finden am Sonntag Parlamentswahlen statt. Der frühere König von Bulgarien, Simeon II., hat indessen erstmals ausgeschlossen, dass er die Wiederherstellung der Monarchie anstrebt. Gegner hatten ihm vorgeworfen, mögliche Monarchie-Pläne zu verheimlichen.

"Wir haben eine Verfassung, eine sehr gute sogar, und Bulgarien ist eine Republik. Für eine konstitutionelle Monarchie gibt es da keinen Platz", sagte Simeon II. der Tageszeitung "Die Welt" (Samstag). Simeons "Nationale Bewegung" ist klarer Favorit für die Parlamentswahlen am Sonntag.

Seine politischen Gegner hatten dem früheren König, der erst im Frühjahr aus dem spanischen Exil nach Bulgarien zurückgekehrt war, vorgeworfen, die Bulgaren über seine Ambitionen auf den Thron im Unklaren zu lassen. "Meine Priorität ist nicht die Monarchie, sondern die Lösung der schweren wirtschaftlichen Probleme des Landes und der damit einhergehenden sozialen Misere", betonte Simeon II.

Als Abkömmling des Hauses Sachsen-Coburg könne er die "Bürde der Verantwortung" nicht einfach ablegen. "Also versuche ich, mich nützlich zu machen", meinte der frühere Monarch. Ob er allerdings nach dem wahrscheinlichen Wahlsieg seiner Partei das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen könnte, wollte Simeon nicht eindeutig sagen: "Erst einmal müssen wir gewinnen, und falls dem so sein sollte, kommt danach die Frage, was dem Land am meisten nützt." Der 63-jährige Simeon kandidiert allerdings nicht selbst für einen Parlamentssitz.

16.6.2001 09:04