Verteilung von Waffen an Polizeireservisten

Kurz vor Beginn neuer Verhandlungen unter NATO-Vermittlung haben sich Albaner-Rebellen und Sicherheitskräfte am Rande der nordwestmazedonischen Stadt Tetovo schwere Kämpfe geliefert. Die Freischärler haben gegen 23.00 Uhr aus mehreren Dörfern in den Bergen über der Stadt angegriffen.
"In der Stadt sind heftige Detonationen und Maschinengewehrfeuer zu hören", sagte der Polizist, während die Gefechte andauerten. Die Region um Tetovo war bereits im März Schauplatz heftiger Gefechte. Weiter hieß es, Mörsergranaten hätten eine Armeekaserne getroffen. Auch in dem von Albaner-Rebellen besetzten Vorort Aracinovo kam es zu Schießerien mit Sicherheitskräften.
NATO-Generalsekretär George Robertson wird am Donnerstag in Skopje mit der mazedonischen Führung über eine friedliche Beilegung des Konflikts sprechen. Neben Staatschef Boris Trajkovski wolle er sich mit den Führern aller in der Koalitionsregierung vertretenen Parteien treffen, kündigte die Nachrichtenagentur Makfax an.
Am Mittwoch hatten die Teilnehmer eines NATO-Sondertreffens in Brüssel der Regierung in Skopje erneut ihre Solidarität versichert und die albanischen Rebellen aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen. "Es gibt keinen anderen Weg", sagte Robertson. Ein militärisches Eingreifen steht für die NATO nach Aussagen von Diplomaten nicht zur Debatte. Robertson wich der Frage aus und sagte, die unmittelbare Aufgabe sei es jetzt, der Regierung Mazedoniens zu helfen.
Unterdessen hat das mazedonische Innenministerium im Raum der Hauptstadt Skopje mit der Verteilung von Waffen an Polizeireservisten begonnen. "Die Leute werden bewaffnet, aber nur nach dem Plan der generellen Mobilisierung von Reserve-Einheiten der Polizei", sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwochabend. Er bestätigte, dass Mazedonier aus der Siedlung Stajkovci in der Nachbarschaft von Aracinovo ihrerseits eine Dorf-Miliz aufgestellt hätten. Die Polizei habe dies gestoppt, aber versprochen, in der Ortschaft am nordöstlichen Rand von Skopje Polizeireservisten zu mobilisieren.
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