Dienstag, 12. Juni 2001

Mensch als Zerstörer: UNO skizziert Horror-Vision

Und schuld ist wieder einmal - der Mensch! Der Nordpol ist nicht nur durch steigende Temperaturen gefährdet: Der Homo sapiens könnte bis 2050 bis zu 80 Prozent der Arktis zerstört haben! Diese Horror-Vision skizzierten Experten des UNO-Umweltprogramms (UNEP)...

Falls die Ausweitung der Minen-, Gas- und Ölindustrie und die weitere Erschließung der Region wie bisher fortgesetzt wird, seien dort zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Davor warnten UNEP-Experten am Montag in einer Erklärung zum 10. Jahrestag des Arktischen Umweltschutzprogramms.

Zu den besonders bedrohten Tierarten "einer der letzten wilden Regionen" zählen demnach Vögel und große Säugetiere wie das Rentier, verschiedene Bärenarten und Wölfe. "Zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts sind 15 Prozent der Arktis durch menschliche Aktivitäten belastet. Wenn die Erschließung der Öl-, Gas- und Mineralvorkommen jedoch in gleichem Maße fortschreitet, wird in weniger als 50 Jahren mehr als die Hälfte der Nordpolarregion dadurch bedroht sein", sagte UNEP-Exekutivdirektor Klaus Töpfer. Dies werde nicht nur Auswirkungen für die ansässige Bevölkerung, sondern auch für das Erdklima haben, warnte Töpfer.

Zudem sei die Arktis in den vergangenen Jahren ein immer beliebteres Touristenziel. Es gebe daher zahlreiche Pläne, die Infrastruktur der Region auszubauen. "Infrastruktur bringt auch industrielle Entwicklung mit sich. Aber auch unkontrollierte Entwicklungen wie die Bildung menschlicher Siedlungen", sagte Sven Tveitdal von der UNEP-Forschungsstation Arendal. Dadurch erhöhten sich wiederum die Risiken der Abholzung, Überweidung, der Wasserverschmutzung sowie der sozialen Konflikte.

12.6.2001 09:13