Montag, 11. Juni 2001

Rebellen drohen mit Angriffen auf Skopje

Die mazedonische Armee hat im Konflikt mit den albanischen Rebellen ab Montagnachmittag eine Waffenruhe angeordnet. Die albanischen Rebellen der UCK hatten zuvor gedroht, falls die Armee ihre Angriffe auf die Rebellenstellungen fortsetze, werde die Hauptstadt Skopje angegriffen werden.

Das meldete der Staatsrundfunk in Skopje. Der Sender berief sich dabei auf hochrangige Armeeoffiziere. Im Norden des Landes, wo tagelang gekämpft wurde, schwiegen die Waffen bis Montagmittag.

Zuvor weitere Angriffe auf Freischärler-Stellungen
Trotz wiederholter Drohungen der albanischen Rebellen, die mazedonische Hauptstadt Skopje zu beschießen, hatte die Armee am Montag ihre Angriffe auf Stellungen der Freischärler fortgesetzt. Sie beschoss mehrere Dörfer im Norden des Landes. Ein Rebellenkommandant mit dem Decknamen Hoxha bekräftigte, er warte zehn Kilometer vor Skopje nur auf den Schießbefehl. In der Hauptstadt öffneten die Geschäfte und belebten sich die Straßen jedoch wie gewohnt. Das Innenministerium beruhigte die Menschen mit den Worten, es bestehe keine Gefahr für Leben und Gut der Bürger. Die KFOR-Friedenstruppe in der jugoslawischen Provinz Kosovo stoppte mehrere Transporte mit Nachschub für die Rebellen.

In den frühen Morgenstunden nahm die Armee Slupcane und Matejce unter Beschuss. Beide Dörfer sind seit einem Monat in der Hand der Rebellen. Dichte Rauchwolken stiegen in der Umgebung auf und das Echo der Detonationen hallte in dem Tal rund 40 Kilometer nordöstlich von Skopje wider. In den Dörfern sitzen noch Tausende von Zivilisten fest.

Hoxha bekräftigte seine Drohung, von Aracinovo zehn Kilometer östlich von Skopje aus die Hauptstadt zu beschießen. "Sie haben nicht nur unsere Warnung ignoriert, sondern auch Zivilisten verletzt", sagte Hoxha der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. "Also müssen sie jetzt unsere Waffen hören." Als Ziele hatte er am Vorabend unter anderem Flughafen und Parlament genannt. Einzelne Fluglinien sagten daraufhin Flüge nach Skopje ab. Es blieb unklar, ob die Waffen der Rebellen die nötige Reichweite haben.

EU-Außenminister fordern Waffenruhe in Mazedonien
Die EU-Außenminister haben sich tief besorgt über die eskalierende Gewalt in Mazedonien gezeigt und eine Waffenruhe gefordert. "Die Rebellen müssen ihre Waffen niederlegen", erklärten die Minister am Montag in Luxemburg. Die Antwort auf die Gewalt der albanischen Rebellen müsse im Rahmen bleiben, mahnten die Minister.

11.6.2001 16:06