Die Queen bringt einen Toast auf ihren Ehemann aus

Sorgenkinder der Queen: Diashow
Der "Champion des Fettnäpfchens" feiert heute seinen 80. Geburtstag. Die Rede ist von Prinz Philip, dem Gemahl der Queen. Die britischen Zeitungen gratulierten schon gestern. Mit einer Liste seiner peinlichsten Ausrutscher. Nach Themen geordnet. Sein "Würstchen"- so nennt Philip die Queen- bereitet derweil die Party auf Schloss Windsor vor.
Der Tag beginnt mit einem Dankgottesdienst in der St. George-Kapelle auf Schloss Windsor. Die britischen Zeitungen gratulierten schon am Samstag. Sie listeten, zum Teil nach Themen geordnet, Philip's "peinlichste Ausrutscher" auf. Wo auch immer er erscheint, stets sagt er mit sicherem Gespür etwas Unpassendes. Und damit hat er den Untertanen seiner Frau schon viele Stunden der Heiterkeit beschert.
Sein Boss ist die Queen
Es begann gleich nach der Verlobung 1947. Da erkundigte er sich bei einem Bahnarbeiter nach dessen Aufstiegschancen. "Ach, da müsste schon mein Boss sterben", sagte der, worauf Philip erwiderte: "Genau wie bei mir." Doch als sein Schwiegervater George VI. fünf Jahre später unerwartet früh in der Königsgruft versank, war Philip entsetzt. Denn nun musste er seinen geliebten Job bei der Marine aufgeben und ständig hinter seiner Frau herlaufen. Wie wenig ihm das lag, machte er von Anfang an deutlich. Bei einem Staatsbesuch in Kanada maulte er: "Wir sind nicht zum Spaß hier. Weiß Gott, wir wüssten auch was Besseres mit unserer Zeit anzufangen."
Philip, der Diplomat
In China war seine Laune nicht besser. Peking fand er "grässlich", und britische Studenten warnte er: "Wenn ihr noch länger hier bleibt, bekommt ihr Schlitzaugen." In Ungarn fielen ihm die vielen "Bierbäuche" auf, die Brasilianer erfreute er mit dem Bonmot, ihr Land könne so schön sein, wenn nur nicht die vielen Brasilianer wären. In Papua-Neuguinea erkundigte er sich bei britischen Rucksack-Touristen, wie sie es denn geschafft hätten, "noch nicht aufgefressen worden zu sein". Einen schottischen Fahrlehrer fragte er: "Wie gelingt es Ihnen nur, die Einheimischen vom Suff fern zu halten, bis sie die Prüfung geschafft haben?"
Bei einer Werksbesichtigung bemerkte er einen schlampig montierten Sicherungskasten und scherzte, "der muss von einem Inder angebracht worden sein". Den damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte er - obwohl deutschsprachig aufgewachsen - mit einem kernigen "Willkommen, Herr Reichskanzler!"
Philip zeigt der Queen, wo es langgeht
Frisch verheiratet klagte er auf einer Dinnerparty, seine Frau lasse ihn "kaum noch aus dem Bett". In der Öffentlichkeit muss er immer ein paar Schritte Abstand zur Königin halten, doch zu Hause zieht er andere Saiten auf. Die Corgi-Hunde seiner Frau waren ihm von Anfang an verhasst, was die Ehe mehr belastet haben soll als seine Seitensprünge. Als die Queen einmal im Urlaub neben ihm auf dem Beifahrersitz saß und wiederholt die Luft anhielt, weil der Herr Gemahl so raste, hielt er mit quietschenden Bremsen an und stellte klar: "Noch einmal und Du fliegst raus."
Wenn sie dann die Beleidigte spielt, folgt als nächstes ein aufmunterndes "Kopf hoch, Würstchen." Das ist seit über 50 Jahren sein bevorzugter Name für Ihre Majestät. Von seinem Ältesten, Prinz Charles, hält er auch nicht viel: "Verweichlicht". Am liebsten ist ihm noch Prinzessin Anne, obwohl die nach seinen Worten nur an Wesen interessiert ist, "die über Hürden springen, dabei furzen und Heu fressen".
Elizabeth's große Liebe
Geboren wurde Philip am 10. Juni 1921 auf Korfu als Prinz von Griechenland und Dänemark. Nach dem Schulabschluss trat der junge Mann in die königliche Marine ein. Als 18-jähriger Kadett traf er erstmals Elizabeth, und die 13-Jährige verliebte sich in ihn.
Das Happy End
Nach dem Krieg trafen sich die beiden wieder, am 20. November 1947 heiratet das Paar, gegen den Widerstand von Elizabeths Familie. Seit der Krönung Elizabeths fünf Jahre später lebt Philip ein Leben im Schatten der Queen. Neben den vielen offiziellen Terminen an der Seite der Königin pflegt er jedoch auch seine eigenen Interessen: Der Prinz ist Mitglied in mehr als 800 Verbänden und Organisationen, bis vor wenigen Jahren war er Präsident des Naturschutzverbandes WWF.
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