Konzernchef Gerhard Randa im FORMAT-Interview

Gerhard Randa, Generaldirektor der Bank Austria, über die Gründe für die Nun-doch-Fusion der Creditanstalt in die BA, politische Kompromisse und die Endlichkeit von Konzepten.
Zur Person: Gerhard Randa, 56, hat seine Karriere in der "Z" begonnen, saß im CA-, Länderbank- und seit 1991 im Bank-Austria-Vorstand. Gegen politischen Widerstand setzte der SP-nahe Bank-Austria-Boß 1997 den CA-Kauf durch.
FORMAT: Ihre Ankündigung, wonach die Creditanstalt nächstes Jahr in die Bank Austria fusioniert wird, hat unterschiedlichste Reaktionen ausgelöst. Die CA-Mitarbeiter trauern, der bürgerliche Ex-CA-Generaldirektor, Heinrich Treichl, spricht vom "endgültigen Sieg des Proletariats über das Bürgertum". Sie selbst warnen vor Sentimentalitäten. Immerhin beenden Sie aber 147 Jahre Creditanstalt.
Randa: Natürlich verstehe ich manche Emotionen, die da jetzt hochkommen. Man muß selbstverständlich bei allen wichtigen Entscheidungen in einer großen Organisation auch auf die Befindlichkeiten der Betroffenen Rücksicht nehmen; besonders auf die der Kunden und der Mitarbeiter. Aber von manchen werden da schon auch Töne hineingebracht, die der Sachlage nicht adäquat sind. Der bevorstehende Zusammenschluß CA mit BA ist doch ein klarer, logischer und betriebswirtschaftlich unausweichlicher Schritt. Für die Kunden ist er gut, weil er das Leistungsspektrum erweitert, für die Mitarbeiter, weil er die Effizienz und Leistungskraft des Betriebs stärkt, und letztlich ist die Fusion für die Aktionäre von Vorteil.
FORMAT: Die Bank Austria hat die CA 1997 übernommen. Sie mußten damals einen Vertrag mit der Politik schließen, wonach Sie die CA mindestens fünf Jahre lang selbständig erhalten. War das Ihr Kniefall vor der Politik?
Randa: Faktum ist: Wir haben damals den Zuschlag erhalten und dabei eine Reihe von Auflagen akzeptieren müssen. Und wir haben jede davon auf Punkt und Beistrich erfüllt.
FORMAT: Wäre es nach Ihnen gegangen - hätten Sie damals schon fusioniert?
Randa: Unter anderen Bedingungen hätten wir uns anders verhalten. Wir haben seit 1997 das gemacht, was möglich war. Und es ist sehr gut gegangen. Wir haben - unter den geltenden Bedingungen - Schritt für Schritt Teilzusammenlegungen durchgeführt, die alle sehr erfolgreich waren. Immerhin haben wir den Verwaltungsaufwand in der Gruppe in fünf Jahren de facto stabil gehalten, Marktanteile dazugewonnen und die Rentabilität von vier auf mehr als dreizehn Prozent gesteigert.
FORMAT: Warum ändern Sie die von Ihnen jetzt jahrelang gepredigte Zweimarkenstrategie - hie CA und da BA - dann überhaupt?
Randa: Es kommen enorme Kostenschübe auf uns zu, denen wir entgegensteuern müssen. Allein die neuen Aufsichtsregelungen und die neuen Eigenkapitalvorschriften werden Hunderte Millionen Schilling kosten. Das können wir uns nicht zweimal - für die zwei Bankenaktiengesellschaften, die wir derzeit mit BA und CA rechtlich eben noch haben - leisten. Trotz aller Zusammenführungen haben wir immer noch Überlappungen, Überschneidungen und Doppelgleisigkeiten - und die räumen wir durch die Fusion weg.
Das gesamte Interview lesen Sie im aktuellen FORMAT.
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