Samstag, 9. Juni 2001

FORMAT zeigt: Wie Sie ihre Finanzen kräftig aufstocken

Der sichere Weg zu mehr Geld: Sie wollen eine Million, haben aber noch keine? Kein Problem: Schon mit monatlichen Zahlungen von 1.000 Schilling aufwärts ist das Ziel zu erreichen. Sogenannte Fondssparpläne bringen Sie bei konsequenter Anwendung dorthin.

Reich heiraten oder hart arbeiten. Für gewöhnlich sind das die Ratschläge, die wohlmeinende Freunde parat haben, wenn es um einen sicheren Weg zu großem Vermögen geht. Doch wer sich für keine der beiden Optionen erwärmen kann, der muß die Hoffnung auf ein ansehnliches Vermögen trotzdem nicht begraben.

Die Mittel zum Zweck: der Einstieg in einen Fondssparplan, etwas Geduld und Konsequenz. Was auf den ersten Blick spießig klingt, entwickelt langfristig erheblichen Reiz. Wer beispielsweise zehn Jahre lang 1.000 Schilling monatlich in einen Aktienfonds investiert, kann bei einer durchschnittlichen Rendite von zwölf Prozent 230.000 Schilling abheben. Wer dieselbe Summe monatlich auf zwanzig Jahre einzahlt, ist hinterher sogar Millionär, und wer noch länger durchhält, findet nach dreißig Jahren - etwa als Startkapital in die Pension - ein stattliches Vermögen von knapp 3,5 Millionen Schilling auf seinem Konto.

Doch sind zwölf Prozent Rendite realistisch? "Bei einem internationalen Aktienfonds ist auf längere Sicht eine Verzinsung in dieser Höhe sehr wahrscheinlich", erklärt Michael Richter, Vorstand der Dachfondsgesellschaft Epicon. Beispiele dafür gibt es genug, etwa den stockkonservativen Investa-Fonds der DWS. 1.000 Schilling Einzahlung über dreißig Jahre hätten sich bei diesem Aktienfonds auf 3.662.380 Schilling summiert. Mit dem Raiffeisen Global Fonds, den es noch nicht so lange gibt, wären nach zehn Jahren bereits 293.970 Schilling am Konto. Dagegen wirken Sparbücher bei einer jährlichen Verzinsung von vier Prozent und einer Inflationsrate von derzeit 2,9 Prozent wie Valium fürs Depot.

Kleine Raten, große Wirkung. Verantwortlich für die scheinbar wundersame Geldvermehrung beim Fondssparen ist der unter Investmentprofis vielgepriesene Cost-average-Effekt. Hinter diesem Fremdwort verbirgt sich einer der größten Vorteile des Fondssparens überhaupt, denn der Anleger investiert automatisch antizyklisch. Sind die Kurse niedrig, so erwirbt der Investor, der ja stets denselben Betrag einzahlt, mehr Fondsanteile als in Boomphasen, in denen das Wertpapier teurer ist. Auf diese Weise ergibt sich ein niedriger durchschnittlicher Einstiegskurs. "Je volatiler die Märkte, desto stärker macht sich der Cost-average-Effekt bemerkbar", erklärt Gernot Heizinger, Investmentchef der Fondsgesellschaft Invesco. Das führt letztlich dazu, daß die Rendite beim Fondssparen höher liegt als bei einer einmaligen Einzahlung. Ein Vorteil, den sich vor allem jene Investoren zunutze machen, die bei fallenden Kursen höhere Summen in ihr Fondsdepot fließen lassen. Richter: "Kurzfristig mag das zwar Nerven kosten, langfristig macht sich der Kauf von Billiganteilen aber bezahlt.

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9.6.2001 19:35