Vom Autozubehörhandel zum Dienstleistungsunternehmen

Die Autozubehör- und Reparaturkette Forstinger, der im vergangenen März der Sprit ausgegangen war, setzt nach erfolgreichen Ausgleichsverhandlungen zum Neustart an: 250 bis 300 Mill. S (18,2 bis 21,8 Mill. Euro) werden in den kommenden 3 Jahren benötigt, um wieder in Fahrt zu kommen.
Bis Endes des Jahres soll die bisher im Familienbetrieb befindliche Kette in neue Hände übergehen, Sanierungsmanager Bruno Schlintner setzt auf stärkere Serviceorientierung. Der Turn-around soll in "zwei bis drei Jahren" gelingen.
Als Ursachen für die Insolvenz - der Ausgleich mit einer 40-prozentigen Quote steht seit Ende vergangener Woche - nannte Schlintner, den "strategisch richtigen", aber "stark belastenden" Erwerb der PS-Märkte vor drei Jahren. Weiters habe sich der Ausbau eines Zentrallagers in den Bilanzen des Unternehmens niedergeschlagen. Die Firmenanteile der Forstinger Handels GmbH - bisher im Eigentum einer Stiftung der Familie Forstinger - sollen bis Ende des Jahres neue Eigentümer finden. An wen die Anteile gehen, hänge letztlich vom Masseverwalter ab, "in Frage kommen sowohl strategische als auch Finanzinvestoren", glaubt Schlintner.
Nach der Schließung von sechs unrentablen Standorten währedn der vergangenen Monate führt "Forstinger-neu" nun 114 Standorte: Zu 21 "PS-Boys"-Vollwerkstätten, die künftig unter "Forstinger Meisterwerkstätten" firmieren, kommen 88 Schnellwerkstätten ("Boxenstopp"), die künftig vermutlich unter der Marke "Forstinger Schnellservice" segeln. An weiteren fünf Standorten wird reines Handelsgeschäft abgewickelt.
Forstinger werde sich in den nächsten Jahren noch stärker als bisher vom Handelsbetrieb zum "kundenorientierten Dienstleistungsunternehmen" umorientieren, sagte Geschäftsführer Schlintner. Das Reparatur- und Servicegeschäft, das - inklusive der dadurch getätigten Handelsumsätze - etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, soll zulegen, auch den Verkauf von Markenartikeln will man forcieren. Die in den nächsten Jahren notwendige Investitionssumme von bis zu 300 Mill. S soll in die Geschäfte und Werkstätten, in die EDV sowie in verstärkte Werbung und Marketing fließen. Der Umsatz der Kette, die derzeit 1.100 Mitarbeiter beschäftigt, wird mit 2,2 Mrd. S voraussichtlich um 7 Prozent geringer als 2000 ausfallen.
Als Quote für die Gläubiger sollen heuer und nächstes Jahr jeweils 5 Prozent gezahlt werden, 2003 der Rest. Zur Bewältigung der Krise hätten Gläubiger und Mitarbeiter, aber auch Leasingfirmen und der "Hausherr" vieler Filialen - der frühere PS-Märkte-Eigner Karlheinz Essl beigetragen. Auch Kreditgeber Bank Austria habe durch Konzessionen bei den Quotenzahlungen großen Anteil am Zustandekommen des Ausgleichs.
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