EZB läßt Leitzinsen unverändert

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist in Frankfurt zu geldpolitischen Beratungen zusammen gekommen. Dabei hat die EZB ihre Leitzinsen unverändert gelassen.
Trotz weltweiter Konjunkturflaute erwartete die EZB ein robustes Wirtschaftswachstum im europäischen Raum. Entgegen zunehmend pessimistischer Prognosen rechnet EZB-Präsident Wim Duisenberg für 2001 mit einer realen Steigerung der Bruttoinlandsprodukte von knapp 2,5 Prozent. 2002 werde der Zuwachs sogar leicht darüberliegen, sagte Duisenberg.
Angesichts aktuell hoher Inflationsraten in den zwölf Euroländern ließ die EZB-Spitze auf ihrer Ratssitzung wie erwartet die Leitzinsen unverändert. Der wichtigste EZB-Zins zur Beschaffung von Zentralbankgeld liegt nach der überraschenden Senkung vor einem Monat weiterhin bei 4,50 Prozent.
Duisenberg deutete allerdings möglichen Spielraum für weitere Zinssenkungen noch in diesem Jahr an. Die derzeit hohen Inflationsraten auf Grund der Preisschübe bei Energie und Fleischprodukten seien ein vorübergehendes Phänomen. Auch die abgeschwächte Konjunkturdynamik mindere den Druck auf die Verbraucherpreise. Noch vor Jahresende könne die jährliche Teuerungsrate in Euroland wieder unter die EZB-Warnschwelle von 2,0 Prozent sinken. Derzeit liegt sie bei rund 3 Prozent.
Duisenberg kritisierte ungewohnt deutlich die nachlassende Haushaltsdisziplin der nationalen Regierungen im gemeinsamen Währungsraum. Erstmals seit 1993 würden die Haushaltsdefizite wieder ansteigen. Diese Entwicklung sei "enttäuschend" und widerspreche den Vereinbarungen im europäischen Stabilitätspakt. "Das mittelfristige Ziel ausgeglichener oder positiver Haushalte kann nicht aufgeschoben werden", mahnte Duisenberg.
Demokratiereform08:52
Demokratie "neu"Arbeitsgruppe im Parlament arbeitet an Verbesserung der Bürgerbeteiligung
Grand Prix von Monaco07:51
Monte Carlo dreht aufGP-Klassiker wird zum Reifen-Roulette. Die 70. Auflage hat gleich mehrere Favoriten.

