NEWS: Wirtschaft dafür, Kirche dagegen

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Die Abschaffung von Feiertagen - ein heißes Eisen! Ein Tabu-Thema. Aber speziell die Industriellenvereinigung wird nicht müde, auf deren Schaden für die Wirtschaft hinzuweisen. Nun wagt der Wiener Handelskammerpräsident Walter Nettig einen erneuten Vorstoss. Die Kritik von Kirchenseite ist ihm gewiss.
Grundsätzlich habe er nichts gegen Feiertage. Es sollte daher, sinniert Walter Nettig, „grundsätzlich nicht darum gehen, Feiertage generell abzuschaffen“. Vielmehr sollten einige dieser Tage „der Wirtschaft erschlossen und dem Handel zugänglich gemacht werden“. Etwa der Pfingstmontag – in Italien kein Feiertag. Oder der 8. Dezember, der zu Umsatzabflüssen ins Ausland führe. Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun lehnt den Nettig-Vorstoß kategorisch ab: „In dieser Frage sind sich die Bischöfe weitgehend einig: ein striktes Nein zur Kommerzialisierung von Feiertagen.“ Das „ständige Zurückweichen und der Abbau von Feiertagen aus kommerziellen Gründen sind das falsche Signal an die Menschen“. Feiertage seien auch Besinnungstage – „und in einer Gesellschaft, die reicher ist als je zuvor, kann der angebliche Abfluss von Umsätzen ins Ausland kein wirkliches Argument sein.
Kurt Krenn kann sich „sinnvolle Neuregelung“ vorstellen
Verblüffenderweise verlangte aber Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Leo Maderthaner, der schon 1997 mit Kurt Krenn über „sinnvolle Neuregelungen“ verhandeln wollte – in seiner bisherigen Amtszeit noch keine Abschaffung von Feiertagen. Verständlich: Der Wirtschaft geht es derzeit vergleichsweise gut – zusätzliche Arbeitstage werden meist nur in schweren Zeiten gefordert. Der Wiener Kammerchef Nettig dagegen praktiziert die antizyklische Forderungspolitik.
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