OPEC-Nachspiel Ölpreis sinkt nach OPEC-Entscheid

Trotz der gestrigen OPEC-Entscheidung, die Ölförderquote nicht zu erhöhen, gab heute der Ölpreis nach. Der irakische Ausfuhr-Stopp hat somit vorerst keine Auswirkung. Am 3. Juli will die OPEC in einer weitern Konferenz die Auswirkung der irakischen Maßnahme bewerten. Indessen sichert der Irak baldige Wiederteilnahme am Ölmarkt zu.
Nach der Entscheidung der OPEC-Ölminister, die Förderquoten trotz des vorübergehenden Ausfalls des Irak unverändert zu lassen, hat die Ölpreise nicht ansteigen lassen - im Gegenteil: So gab an der International Petroleum Exchange (IPE) in London die Brent-Notierung für Lieferung im Juli am Mittwoch bis zu Mittag auf 29,17 Dollar (34,46 Euro/474,2 S) pro Fass (je 159 Liter) nach, minus 50 Cent gegenüber Dienstag. In den USA ist der Preis für die dortige Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) um 49 Cent gesunken.
OPEC-Rohöl hatte am Dienstag 27,03 Dollar (31,93 Euro/439,4 S) je Barrel gekostet, nach 27,05 Dollar am Montag, berichtete am Mittwoch OPEC-Sekretariat am Mittwoch in Wien. Das Kartell hatte die Ölförderung bei 24,2 Mill. Barrel/Tag belassen. Auf die Drohung des Irak, wegen des Streits mit der UNO um das Programm "Öl für Nahrungsmittel" seine Ölförderung auszusetzen, wurde nicht reagiert.
Sondertreffen am 3. Juli
Die OPEC-Ölminister wollen die Auswirkungen eines irakischen Ausfuhrstopps bei einem Sondertreffen am 3. Juli bewerten. Bis dahin werde es keine Erhöhung der Ölförderung geben, hatte OPEC-Präsident Chakib Khelil nach dem Treffen betont. Der Irak hat bisher 2,1 Mill. Barrel pro Tag unter Aufsicht der UNO exportiert. Die irakische Fördermenge liegt außerhalb der offiziellen OPEC-Förderquote und wurde zuletzt für April von Dow Jones auf 2,959 Mill. und von MEES (Middle East Economic Survey) auf 2,850 Mill. Fass/Tag geschätzt.
Bei Engpass soll Förderung gesteigert werden
Die anderen 10 OPEC-Mitglieder haben allerdings ihre Bereitschaft signalisiert, im Falle eines Versorgungsengpasses durch die fehlenden irakischen Lieferungen die eigene Ölproduktion entsprechend zu erhöhen. Tatsächlich sollen die OPEC-10 zuletzt im April 24,657 Mill. Barrel pro Tag (Dow Jones) bzw. 24,79 Mill. Fass (MEES) gefördert haben. Die OPEC strebt einen Ölpreis zwischen 22 und 28 Dollar an.
Irak sichert baldige Öl-Lieferung zu
Der Irak hat gegenüber der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) zugesichert, bald wieder mit Lieferungen an den Weltrohölmarkt zurückkehren zu wollen. Das erklärte der Präsident der Organisation, Chakib Khelil am Mittwoch zu dem Lieferstopp der Iraker vom Montag. "Sie wollen so bald wie möglich wieder am Markt agieren", fügte Khelil hinzu. Er habe den Eindruck, dass der Irak seine Entscheidung aus humanitären Erwägungen überdenken und seine Lieferungen zügig wieder aufnehmen werde.
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