EU will Reform der Fischereipolitik

Die EU-Kommission pocht auf eine Reform der europäischen Fischereipolitik. Angesichts einer viel zu großen Flotte und zahlreicher vom Aussterben bedrohter Fischarten gebe es dringenden Handlungsbedarf
Dies meinte der für Fischerei zuständige EU- Kommissar Franz Fischler am Dienstag in Brüssel bei einer öffentlichen Anhörung zu dem Thema. Allerdings gebe es "keine Wundermittel zur Lösung der derzeitigen Probleme im Fischereimanagement".
Die Reform: Flottenabbau und Quoten beim Fang
Zu Fischlers Vorschlägen gehört neben dem Abbau der Flotte ein Übergang zu mehrjährigen und artenübergreifenden Fangquoten. Anfang der siebziger Jahre gab es nach Kommissionsangaben in den EU-Gewässern rund 90 Prozent mehr ausgewachsene Fische als Ende der neunziger Jahre.
Der EU-Kommissar betonte, dass jährlich 1,1 Mrd. Euro (15,1 Mrd. S) an öffentlichen Zuschüssen in die Fischerei gepumpt werden. Dieses Geld müsse zukünftig für die Erhaltung der Bestände verwendet werden und nicht für die übergroßen Fischereiflotten. Eine reformierte EU-Fischereipolitik soll nach Angaben der Kommission im Jahr 2003 in Kraft treten.
Fischler sprach sich zudem für eine stärkere Beteiligung der Fischer an den politischen Entscheidungsprozessen aus. Sie beklagten sich über zu wenig Mitsprache bei der Entwicklung von Vorschriften und reagierten deshalb darauf ablehnend. Um diesem Problem zu begegnen, könnten zukünftig regionale Beratungsausschüsse eine Rolle beim Fischereimanagement spielen, meinte der EU-Kommissar.

