Leopold Steiner hofft auf freies Geleit

Der mit Haftbefehl gesuchte Seniorchef, Leopold Steiner, will sich demnächst der Justiz stellen. Allerdings wünscht er sich freies Geleit. Sollte es ihm nicht gewährt werden, kommt er trotzdem.
Allerdings will er dabei die Möglichkeit der Gewährung freien Geleites nützen, wie sein Rechtsvertreter, der Linzer Anwalt Wolfgang Mohringer mitteilte. Sollte dieser Antrag jedoch abgelehnt werden, werde Steiner dennoch am Landesgericht Wels erscheinen, weil er nicht die Absicht habe, sich der Justiz zu entziehen, berichtete Mohringer.
Antrag auf freies Geleit dauert rund 1 Woche bis 14 Tage
Der Anwalt rechnet damit, dass die Erledigung des Antrages durch das Justizministerium eine Woche bis 14 Tage dauere. Demgegenüber rechnete man im Ministerium mit einer Dauer von bis zu einem Monat, weil in dieser Angelegenheit auch Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft Wels und der Oberstaatsanwaltschaft Linz eingeholt werden müssten.
Steiner geht nicht "frohen Herzens" in die Untersuchungshaft
Mohringer stellte fest, Steiner werde nach der Entscheidung über seinen Antrag nach Wels kommen, egal wie sie ausfalle. Er schilderte, sein Mandant habe zuletzt planmäßig eine Kur absolviert und danach einen Urlaub und habe ursprünglich am Dienstag aus dem Ausland zurückkehren wollen. Da jedoch niemand "frohen Herzens" in die Untersuchungshaft gehe, habe er entschieden, die in der Strafprozessordnung vorgesehene Möglichkeit eines Antrages auf freies Geleit in Anspruch zu nehmen, zumal er nach einer früheren Krebserkrankung die Versorgung mit Medikamenten und ärztliche Behandlung benötige.
Was Leopold Steiner konkret vorgeworfen werde, sei ihm nicht bekannt, hielt der Anwalt fest. Ihm seien erst am Mittwoch Kopien des Aktes übermittelt worden. Jedenfalls sei sich Steiner keiner Schuld bewusst. Die in den Medien berichteten Vorwürfe würden jeder haftrechtlich relevanten Grundlage entbehren, erklärte Mohringer.
NEWS: Firmeninterne Dokumente verraten dubiose Finanzflüsse
Zumindest 85 Millionen Schilling flossen auf seltsame Weise aus dem oberösterreichischen Pleiteimperium Steiner ab. Konkret habe, so NEWS unter Berufung auf firmeninterne Dokumente zunächst eine liechtensteinische Stiftung mit Wurzeln in Panama die Steiner-Tochterfirma ILD um einen Schilling erworben. Die Holding, Steiner Industries, kaufte die ILD um 85 Millionen zurück. Hinter der Stiftung in Liechtenstein und deren panamenischen Stifter vermuten Fahnder die Eigentümerfamilie Steiner.
Zusätzlich wird anhand der Anzeige des Steiner-Mehrheitsgesellschafters Duke Street Capital und Dokumenten der Bilanzprüfer der Europa-Treuhand Ernst & Young sichtbar, wie im Steiner-Firmenreich offenbar die Bilanzen geschönt worden sein sollen.
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