Mittwoch, 6. Juni 2001

Banken als Libro-Besitzer nur eine Variante

Der Fortbetrieb der angeschlagenen Handelskette Libro dürfte zumindest bis Ende Juni gesichert sein. Die Banken erwägen jetzt, selbst den angeschlagenen Medien-Riesen als Eigentümer zu übernehmen.

In den Rettungsbemühungen für den schwer angeschlagenen Buch- und Medienhandelskonzern Libro wurde jetzt auch eine Auffanglösung mit aktiver Bankenhilfe zur Diskussion gestellt. Dies war auch ein Thema im vertraulichen Bankengipfel gestern, Dienstagnachmittag. Vorstellbar wäre, dass die Banken - bei ihnen steht Libro aktuell mit 2,3 Mrd. S (167 Mill. Euro) in der Kreide - vorübergehend in die Eigentümerrolle eintreten.

Dies wurde der aus Bankenkreisen bestätigt, allerdings als "eine Variante" von mehreren, die bisher noch nicht näher kommentiert und nicht ausdiskutiert sei. Solcherart könnten die Banken allerdings "unter industrieller Führung" bei Libro selber in der Partnersuche aktiv werden, heißt es.

Man sei - bei der Prüfung aller Optionen - der Ansicht, dass Libro einen "gesunden Kern" habe und "rettenswert" sei, ungeachtet der gravierenden Fehler, die in der Konzernstrategie passiert seien.

Donnerstag, wird es einen weitere Bankengipfel geben, hieß es weiter. Da werde es "interne Abstimmungen" zwischen den Kreditgebern geben. Entscheidungen seien noch nicht zu erwarten.

6.6.2001 17:10