St. Pöltner lebte auf großem Fuß

Drei Jahre lang lebte er auf großem Fuß und konnte sein Lügengebäude aufrecht erhalten. Am 28. Mai wurde es einem 37-jährigen St. Pöltner offenbar zu viel: Er stellte sich bei der Kriminalabteilung und beichtete, rund 15 Millionen Schilling in den Sand gesetzt zu haben.
Der Mann hatte im Auftrag verschiedener Anleger Börsentermingeschäfte getätigt, sich aber offenbar nicht sehr geschickt angestellt. Dies lag vielleicht auch daran, dass der 37-Jährige weder eine entsprechende Ausbildung noch Berechtigung dafür besaß.
Dafür hatte er es verstanden, 50 Anlegern aus dem Raum St. Pölten, Krems und Horn seit Februar 1998 Beträge zwischen 50.000 und 1.376.000 Schilling zur Veranlagung in Wertpapieren abzuschwatzen. Er sicherte fantastische Jahresrenditen zwischen 36 und 100 Prozent und die jederzeitige Rückzahlung des Anlagekapitals zu.
So lockte er seinen Opfern insgesamt 18,198.884 Schilling heraus und platzierte eine Summe von neun Millionen bei Börsentermingeschäften, wo es innerhalb kürzester Zeit zum Totalverlust des eingesetzen Kapitals kam. Um zumindest die versprochenen Renditen bezahlen zu können, nahm der mutmaßliche Betrüger weiteres Anlagekapital unter Zusicherung weiterer enormer Zinsen entgegen.
Neben der Auszahlung der "Renditen" wurden die Gelder auch verwendet um ihm und seiner Frau einen aufwändigen Lebensstil zu ermöglichen. Um Sicherheiten vorzugaukeln gründete der 37-Jährige eine Postkastenfirma, welche weder über ein Aktienkapital verfügte, noch Geschäftstätigkeit entwickelte. Einige Anleger bekamen Aktien dieses Unternehmens überreicht.
Über richterliche Anordnung wurde der St.Pöltner in die Justizanstalt beim Landesgericht St. Pölten eingeliefert.

