Montag, 4. Juni 2001

Historische Öffnung des Gasmarktes nach 25 Jahren

Der weltgrößte Mineralölkonzern Exxon Mobil und die niederländisch-britische Royal Dutch/Shell haben bei der historischen Öffnung des saudiarabischen Gasmarktes den Zuschlag für Projekte im Wert von mehreren Milliarden Dollar erhalten.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Saudi Press Agency am Wochenende meldete, wird Exxon die führende Rolle bei der Erschließung der South-Ghauar-Erdgasfelder - ein auf 15 Mrd. Dollar (17,7 Mrd. Euro/244 Mrd. S) geschätztes Projekt - zugesprochen, Shell bei den Schajbah-Gasfeldern mit etwa 5 Mrd. Dollar. Entsprechende Abkommen sollten am Sonntag in Dscheddah unterzeichnet werden.

Mit den Verträgen öffnet Saudi-Arabien nach 25 Jahren staatlicher Erschließungspolitik seine Mineralölindustrie wieder ausländischen Investoren. Die Ölförderung bleibt jedoch weiter in der Hand der staatlichen Gesellschaft Saudi Aramco. Saudi-Arabien hatte unlängst angekündigt, dass acht große Mineralölkonzerne Anteile an drei Erschließungsprojekten erhalten sollen, dessen Anfangsinvestitionen rund 25 Mrd. Dollar (29,5 Mrd. Euro/406 Mrd. S) betragen sollen.

Die saudiarabische Regierung hatte den Konzernen Exxon, Shell, BP und Phillips jeweils Anteile an den South-Ghauar-Feldern zugesichert. Exxon sollte im Falle der Projektleitung einen Anteil von 35 Prozent erhalten zu wollen. Zwei weitere Konzerne sollten Anteile von jeweils 25 Prozent erhalten und ein weiteres Unternehmen mit 15 Prozent beteiligt werden. Ferner sollten Shell, TotalFinaElf und Conoco jeweils Anteile an dem Schajbah-Projekt erhalten. Hier sollte Shell im Falle des Zuspruchs mit 40 Prozent an dem Erschließungsprojekt beteiligt werden, die zwei anderen Konzerne jeweils mit 20 Prozent.

4.6.2001 13:48