Montag, 4. Juni 2001

MDax ein "künstliches Konstrukt"

Der Sportwagenhersteller Porsche erwartet für das Geschäftsjahr 2000/01 (per Ende Juli) neben dem angekündigten Umsatzzuwachs auch eine Verbesserung des Gewinns. Das Unternehmen wird im Gesamtjahr "wieder eine Steigerung bei Umsatz und Ertrag erwirtschaften", so Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

Im Februar hatte das Unternehmen noch angekündigt, der Gewinn wird angesichts hoher Entwicklungsaufwendungen und Investitionen in den Aufbau eines neuen Werks auf Vorjahresniveau liegen. Zugleich war ein deutliches Umsatzwachstum in Aussicht gestellt worden.

Wiedeking äußerte in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zugleich, Porsche wird entgegen der Forderung der Deutschen Börse "auch künftig keine Quartalsberichte veröffentlichen". Das Geschäft des Sportwagenproduzenten sei schließlich "sehr saisonal".

Drei-Monats-Berichte könnten daher "keine sinnvolle Basis für die Information der Aktionäre sein". An der Pflicht zur Quartalsberichterstattung verdienten insbesondere die Banken und die Deutsche Börse, weil die häufige Veröffentlichung neuer Zahlen vor allem den Aktienhandel anregt.

MDax ein "künstliches Konstrukt"
Einem auf Grund dieser Haltung möglicherweise drohenden Ausschluss aus dem Börsensegment der mittelgroßen Werte MDax begegnet Wiedeking "relativ gelassen". Man müsse sich fragen, welche Bedeutung der MDax habe. In Wahrheit sei der Index ein "künstliches Konstrukt".

"Porsche wurde jetzt in den MSCI-Index aufgenommen, den wohl wichtigsten Index der Welt. In dem spielen Quartalsberichte überhaupt keine Rolle, sondern Strategien, Liquidität und Marktkapitalisierung des Unternehmens", sagte Wiedeking.

4.6.2001 10:27