Montag, 4. Juni 2001

Irak stellt Ölexporte ein

Der Irak hat die vorübergehende Einstellung seiner Ölexporte ab heute, Montag, angekündigt. Der Irak reagiert damit auf das Auslaufen der gegenwärtigen Phase des Hilfsprogramms "Öl gegen Lebensmittel". Damit dürfte es zwangsläufig zu einer neuerlichen Verteuerung der Ölpreise auf dem Weltmarkt kommen.

Mit der Einstellung seiner Ölexporte hatte das Land wiederholt gedroht, falls die Vereinten Nationen die Reform der Sanktionen gegen Bagdad beschließt. Die Entscheidung gilt "bis auf Weiteres".

Am Freitag hatte der UNO-Sicherheitsrat nun die Verlängerung des UNO-Hilfsprogramm "Öl gegen Nahrungsmittel" nur um einen Monat beschlossen, um Zeit für eine solche Reform zu geben. Mit der Reform sollen die Importbeschränkungen für zivile Güter weitgehend aufgehoben, gleichzeitig aber die Maßnahmen gegen Waffenverkäufe und den irakischen Ölschmuggel verschärft werden.

UNO-Sanktionen seit 1990
Die UNO-Sanktionen gegen Irak waren nach dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait 1990 verhängt worden. Seit Jahren werden die Importbeschränkungen wegen der verheerenden Folgen für die irakische Zivilbevölkerung kritisiert.

OPEC-Tagung am Dienstag in Wien
Ab Dienstag werden die Minister der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) in Wien tagen. Die OPEC verfügt mit 32 Millionen Barrel pro Tag über genug Förderkapazität, um einen Ausfuhrstopp Bagdads zu kompensieren: Während Bagdad für drei Millionen Barrel pro Tag steht, lag der der tägliche Förderausstoß der OPEC-Staaten zuletzt bei 27,8 Millionen Barrel.

4.6.2001 09:24