Sonntag, 10. Juni 2001

Stacy Dragila überspringt 4,81 Meter

Olympiasiegerin Stacy Dragila hat am Samstag beim Leichtathletik-Grand Prix-Meeting in Palo Alto (Kalifornien) ihren eigenen Weltrekord im Stabhochsprung der Frauen gleich um elf Zentimeter verbessert. Rund zwei Wochen vor den US-Titelkämpfen (21. bis 24. Juni in Eugene) enttäuschte hingegen Superstar Marion Jones.

Die dreifache Olympiasiegerin, die zu Wochenbeginn ihre Trennung von Ehemann C.J. Hunter bekannt gegeben hatte, siegte über 200 m in für sie mäßigen 22,70 Sekunden. Mit einer Jahresweltbestzeit glänzte Luke Kipkosgei (Kenia) in 7:38,72 Minuten über 3.000 m.

An 4,88 m knapp gescheitert
"Ich fühlte mich total super und war voller Zuversicht. Die familiäre Atmosphäre in diesem kleinen Stadion hat mich in die Höhe getrieben. Ich habe die vielen auf mich gerichteten Augen regelrecht gespürt", sagte Dragila nach ihrem Quantensprung. Bei ein wenig mehr Glück hätte dieser sogar noch gewaltiger ausfallen können. Nachdem sie zunächst mit 4,71 m den alten Weltrekord um einen Zentimeter verbessert und dann 4,81 m im zweiten Versuch bewältigt hatte, ließ sie die Latte auf 4,88 m legen, wobei sie insbesondere im ersten Anlauf denkbar knapp scheiterte.

Kein weiblicher Bubka
Dabei ist Dragila keinesfalls, so wie einst der Ukrainer Sergej Bubka, darauf erpicht, die Weltrekordmarke wegen lukrativer Prämien nur zentimeterweise zu verbessern. "Mich würde das überhaupt nicht befriedigen. Ich werde immer versuchen, die maximale Leistung zu bringen", betonte die gebürtige Kalifornierin.

Marion Jones enttäuschend
Unter den Erwartungen blieb hingegen Marion Jones, die vor zwei Wochen die halbe Stadionrunde schon in 22,26 Sekunden gesprintet war. Allerdings herrschte seinerzeit unzulässiger Rückenwind. Trotz ihrer langsamen Zeit war sie nicht unzufrieden: "Ich hatte einen guten Start. Ich bin zuversichtlich, dass ich bei den Meisterschaften gut laufen werde." Die von Scheidungssorgen geplagte Jones, die in dieser Saison auch bei den Weltmeisterschaften im August in Edmonton auf keinen Fall im Weitsprung starten wird, verschwand nach ihrem Wettbewerb rasch zum Flughafen, um nach Phoenix zu jetten. Dort gab sie am Sonntag für den TV-Sender NBC ihr Debüt als Co-Kommentatorin in der US-Basketball-Profiliga der Frauen.

10.6.2001 15:00