15% des Klubbudegets in Nachwuchsarbeit

Auch der Bundesliga-Präsident ist wieder mal in Österreich. Frank Sttronach stand Rede und Antwort zu allen wichtigen Themen im heimsichen Fussball.
Wie stehen sie zum Vorschlag, die Zahl der Nicht-EU-Ausländer ab der kommenden Saison von fünf auf acht zu erhöhen?
STRONACH: "Der jetzige Vorschlag soll nur eine Übergangslösung sein, bis junge, gute Spieler da sind. Vielleicht reduzieren wir nächstes Jahr um einen und wieder ein Jahr später wieder um einen usw. So könnten wir letztlich wieder einmal auf vier Nicht-EU-Ausländer kommen."
Was muss in Österreich noch geschehen, um auch wieder den heimischen Talenten eine Chance zu geben?
STRONACH: "Wir geben viel für Ausländer aus, haben dabei den Nachwuchs vernachlässigt und dort zu wenig investiert. Ich habe das den Klubpräsidenten gesagt und glaube, dass wir auf längere Sicht dem Fußball nur dienen können, wenn wir mehr auf die Jugend bauen. Wenn wir fertige Spieler aus dem Ausland holen, stehen wir immer wieder vor dem gleichen Problem. Um aber international wettbewerbsfähig zu sein, werden wir in der Übergangsphase um Legionäre nicht herumkommen.
Sie geben jetzt der heimischen Jugend über ihre Hollabrunner Akademie und dem Austria-Projekt eine Chance, aber was soll bei den anderen max.Ligisten geschehen? Das Nationalteam braucht Nachschub.
STRONACH: "Die Vereine sollten sich in Zukunft verpflichtet, zwischen zehn und 15 Prozent ihres Jahres-Budget der Jugend-Arbeit zukommen zu lassen. Meine Akademie in Hollabrunn soll diesbezüglich ein Markenzeichen werden und sich später selbst finanzieren".
Dass die Austria in der Saison 2000/01 mit 18 Punkten Rückstand auf Meister FC Tirol nur Fünfter geworden ist, war sicher auch für sie eine Enttäuschung?
STRONACH: "Ich habe viel Geld ausgegeben, aber die Leistung war nicht da. Sportdirektor Arie Haan entscheidet, wen er haben will. Wir sollten in der nächsten Saison aber wieder eine gute Mannschaft bekommen und die Fans zufrieden stellen, wenn sie ihren Klub Siegen sehen. Wir werden gut."
Der LASK fühlt sich wegen der Wiederholung des Spiels SW Bregenz - Austria (Verstoß von Mayrleb gegen die Fairness) als Abstieger benachteiligt. Wie sehen die diesen Fall?
STRONACH: "Das haben die zuständigen Senate behandelt. Wichtig ist, dass es fair und korrekt zugeht. Es gibt dafür keine genaue Regelung, aber mein Instinkt sagt mir, dass alles normal gelaufen ist. Es hat auch kein Verein Einspruch erhoben. Für den LASK tut es mir persönlich leid, er soll gleich wieder aufsteigen, da der Fußball Linz braucht".
