Trampusch als Telekom-Kapitän

Titelverteidiger Georg Totschnig zeiht die Start bei Tour de Suisse vor, doch ein weiterer Tiroler könnte ihn bei der Bank-Austria-Tour ab Montag ablösen. Der Telekom-Profi Gerhard Trampusch setzt sich selbst große Ziele: "Die Strecke kommt mir entgegen, ich hoffe, dass ich ganz vorne mitfahren kann."
Trampusch hatte in seinem zweiten Profijahr zuletzt mit Friedensfahrt und GP Midi-Libre in hartes Programm, war zudem mehrfach von Stürzen betroffen. Doch in den vergangenen Tagen hat er sich gut erholt, bis zum Start in Dornbirn sollte die Form passen. Die Vorentscheidung wird nicht nur nach Meinung von Trampusch auf der vierten Etappe am Donnerstag (Fronleichnam) bei der Bergankunft auf dem Kitzbühler Horn fallen. "Auf dem Horn wird das Gesamtklassement gemacht, aber auch die Glockner-Etappe am nächsten Tag ist noch wichtig", erklärte der 22-jährige aus Völs, der in Perchtoldsdorf lebt.
Trampusch startet als Kapitän
Als Chef eine große Rundfahrt zu bestreiten, ist auch das Karriere-Ziel des ehrgeizigen Radprofis. "Die nächsten Jahre werden zeigen, ob ich gut genug dafür bin", sagte er. 1999 hatte er als Angehöriger des U23-Teams Tirol mit vierten Plätzen bei Österreich-Rundfahrt und Tour de l'Avenir aufhorchen lassen, im Vorjahr war der Neoprofi als Teamkollege Totschnigs Gesamt-Siebenter gewesen. Heuer soll es für Trampusch in der Heimat endlich mit einem Podestplatz in einem UCI-Etappenrennen klappen.
Nach der Rundfahrt wird auch eine wichtige Entscheidung über die Zukunft des Tirolers fallen. Team-Manager Walter Godefroot hat ihm für die nächsten Wochen die Entscheidung über eine Vertragsverlängerung angekündigt. "Ich würde gerne bleiben, denn die letzten zwei Jahre waren nicht schlecht", sagt Trampusch. Er sieht die anderen Fahrer vor allem als Arbeitskollegen ("Alleine kann man in unserer Mannschaftssportart kein Rennen gewinnen"), Freundschaften hat er aber keine geschlossen in der teuersten Sportgruppe der Welt.
Solo-Training
Während die deutschen Telekom-Fahrer immer wieder gemeinsame Trainingslager im Schwarzwald einschieben, bereitet sich der Österreicher stets alleine in der Heimat vor. Daher fehlt auch etwas der enge Kontakt zu den Kapitänen, die ihre Helfer auch im Training gerne um sich haben und eine verschworene Gemeinschaft bilden. "Ich bin so etwas wie der Ausländer", sagt Trampusch, der aber in dem Rennstall weiter gute Möglichkeiten für seine Entwicklung sieht.
