Vastic will weg von Sturm Graz

Sturm-Präsident Hannes Kartnig hat auf die Ankündigung von Kapitän Ivica Vastic, wonach dieser die Grazer verlassen wird, gelassen reagiert. "Das beruhigt sich wieder", so der Präsident, der sich für den Fall der Fälle festlegte: "Unter 50 Millionen geht nichts, das ist das Mindeste." Und weiter: "Jeder ist ersetzbar, wir sind ohne Ivo in der Champions League Gruppensieger geworden."
"Ivo hat mich angerufen und gesagt, er hat noch einen Vertrag für ein Jahr und er wird danach nicht mehr unterschreiben. Und wenn es sein muss, wäre er geneigt, schon jetzt zu gehen. Er möchte sich einen anderen Klub suchen, damit er noch was verdient und der Verein auch noch was verdient, das ist korrekt von ihm. Ich sage auch, ich muss an die Wirtschaftlichkeit des Klubs denken. Vastic ist jetzt 32 und nächstes Jahr ist er 33. Wenn er gehen sollte, können wir jetzt noch Geld lukrieren. Aber ich sage, es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht wird", wird Kartnig auf der Vereins-Homepage http://www.sksturm.at zitiert. Auf der Homepage der Grazer geht's übrigens heiß her: Die Fans halten zu gleichen Teilen zu Kartnig und Vastic.
Kartnig: Ivo ist ein Mimoserl
"Ich habe in der Nacht noch mit Trainer Osim telefoniert und er sagt, die Enttäuschung, die einige Spieler erlitten haben, sitzt noch sehr tief. Ivica ist in Wahrheit ein Mimoserl, man muss ihn lieb haben und streicheln und Bussi hin und Bussi her und sagen, du bist der Schönste, der Größte und der Beste, Ivo will verwöhnt werden. Aber ich kann die Fans beruhigen, das beruhigt sich wieder", hieß es weiters.
"Jeder kann für Vastic ein Angebot machen. Das ist in der Brache ja üblich", reagierte Sturm-Manager Heinz Schilcher. "Das hängt auch ganz vom Klub ab, von dem ein Angebot kommen sollte. Es ist ein Unterschied, ob Real Madrid oder der FC Kärnten Interesse zeigt", merkte Schilcher dazu an. Spekulationen, wonach der langjährige Spielmacher eventuell an den FC Kärnten verliehen werden könnte, bezeichnete er jedoch als "schwachsinniges Wunschdenken", da ja Vastic dann nach einem Jahr kostenlos frei wäre. Vorerst hatte allerdings laut Schilcher noch kein Klub bei Sturm um Vastic angefragt.
Kapitän Ivica Vastic will jedenfalls den Verein verlassen. "Mir reicht es, ich habe genug davon, für jeden Misserfolg den Schuldigen zu spielen. Ich möchte den Klub verlassen" sagte Vastic. Er stellt klar, dass sein Ansinnen "nicht an Trainer Ivica Osim oder Manager Heinz Schilcher" liegt. Doch sei die Enttäuschung über Kartnig zu groß. "Man verliert die Lust, den Spaß am Fußball", sagt Vastic. "Ich bin einfach bitter enttäuscht von der Art und Weise, wie Herr Kartnig die Mannschaft und vor allem mich in letzter Zeit behandelt und kritisiert." Immerhin habe die Mannschaft zwei Meistertitel, drei Cupsiege und drei Mal die Champions League erreicht. Was Vastic noch stört: "Wenn es gut geht, steht der Präsident im Mittelpunkt und wenn es schlecht läuft, ist die Mannschaft schuld. So kann es nicht weitergehen." Ein griechischer Spitzenklub sei schon interessiert.
Abwarten wegen neuer Ausländer
Bei der Verpflichtung von Nicht EU-Ausländern sind Schilcher derzeit die Hände gebunden, weil die Regierung den Beschluss der Bundesliga (acht pro Klub) nicht akzeptiert und auf fünf beharrt. Mit der eventuellen Verpflichtung des russischen Spielmachers Waleri Ketschinow von Spartak Moskau muss er noch zuwarten. Nichts Neues gibt es rund um Kocijan, Minavand und Martens, die sich trotz gültiger Verträge einen neuen Verein suchen können. Schupp und Prilasnig wurden neue Kontrakte vorgelegt, die aber noch nicht unterschrieben sind. Schilcher: "Wenn sie zu lange zögern, werden die Angebote zurückgezogen." Der von Venezia ausgeliehene Ibertsberger wird laut Schilcher nicht mehr den Sturm-Dress tragen. Markus Schopp, dessen Kontrakt zum Jahresende ausläuft, hat bisher noch nicht verlängert. Sollte er dies nicht bald tun und auch keinen neuen Verein finden, droht dem Internationalen im Herbst eine Rolle im Abseits. Schilcher: "Dann werden wir ihn sicher nicht forcieren und ihn nur dann spielen lassen, wenn es Verletzte gibt und er unbedingt gebraucht wird."
