Abu Sayyaf haben 13 Menschen in ihrer Gewalt

Im Geiseldrama auf den Südphilippinen haben die Entführer von der militanten Moslem-Gruppe Abu Sayyaf erneut mit der Ermordung der drei Amerikaner in ihrer Gewalt gedroht. Die Rebellen fordern, dass die Regierung einen bestimmten malaysischen Mittelsmann in die Verhandlungen einschaltet.
Der Sprecher der Moslem-Rebellen, Abu Sabaya, sagte am Donnerstag, er habe der Regierung bis 12.00 Uhr (Ortszeit, 06.00 Uhr MESZ) Zeit gegeben, sich zu entscheiden.
In der Gewalt der Extremisten befinden sich nach Armeeangaben neben den drei US-Bürgern noch zehn Filipinos. Die Amerikaner sowie sechs der Einheimischen waren Ende Mai aus einer Hotelanlage auf der westlichen Insel Palawan verschleppt worden. Bei den vier anderen philippinischen Geiseln handle es sich um zwei Krankenschwestern, eine Hebamme und einen Schuldirektor, die über Pfingsten in die Gewalt der Gruppe geraten waren.
Ein Militärsprecher korrigierte am Donnerstag die Angaben über die Zahl der Entführten. Die Rebellen hätten in einem Krankenhaus auf der südphilippinischen Insel Basilan am vergangenen Wochenende nicht wie befürchtet 50, sondern nur vier weitere Geiseln genommen, betonte er. Nach Angaben der Abu Sayyaf wurde eine US-Geisel während eines Gefechts zwischen den Extremisten und der Armee durch Geschosssplitter verletzt.
Nach dem Willen der Rebellen soll der frühere malaysische Senator Sairon Karno als Unterhändler in den Konflikt eingeschaltet werden. Sairon hatte bereits bei einer früheren Entführung der Rebellen im vergangenen Jahr vermittelt und die Freilassung zahlreicher malaysischer Geiseln erreicht. Damals waren von der Abu Sayyaf-Gruppe mehr als 40 Menschen verschleppt worden, darunter Malaysier und drei Deutsche aus Göttingen. Viele dieser Geiseln waren erst nach Zahlung von Lösegeld freigekommen. Die Abu Sayyaf kämpft nach eigenen Angaben für einen unabhängigen Moslem-Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen.
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