Zwei Polizisten verletzt - 25 Autos ausgebrannt

"Krieg" in Leeds! Neue schwere Rassenkrawalle haben in der nordenglischen Stadt Leeds in der Nacht auf Mittwoch zu schweren Zerstörungen geführt. Etwa 300 vorwiegend aus Bangladesch stammende Jugendliche lieferten der Polizei mehrstündige Straßenschlachten. Sie warfen Brandsätze und zündeten 25 Autos an. Auch Geschäfte und Wohnhäuser wurden beschädigt.
Nach einer vorläufigen Bilanz der Exekutive wurden zwei Polizisten verletzt. Auch zwei Journalisten und ein weiterer Mann erlitten nach Beobachtungen von Augenzeugen Verletzungen. Vier Jugendliche wurden festgenommen, mit weiteren Festnahmen sei zu rechnen. Die Unruhen seien offenbar geplant gewesen. Sie hätten begonnen, nachdem die Polizei in einem Vorort von Leeds zur Untersuchung eines Anschlages mit einem Brandsatz gerufen worden sei, dabei aber nichts gefunden habe.
Augenzeugen zufolge entzündeten sich die Krawalle an der ungewöhnlich brutalen Festnahme eines aus Bangladesch stammenden Mannes am Wochenende. Die Jugendlichen hätten Straßensperren in Brand gesetzt. Außerdem hätten sie Autos gestohlen und angezündet. "Sie rollten die Autos den Hügel hinab auf Polizisten, die versuchten, die Unruhen zu beenden", berichtete ein Polizist.
Augenzeugen berichteten, sie seien überzeugt, an den Unruhen in Leeds seien auch Jugendliche beteiligt gewesen, die vor einer Woche in dem nur 65 Kilometer entfernten Oldham randaliert hätten. Dort hatten sich Jugendliche und Polizisten drei Nächte lang Straßenschlachten geliefert. Zuvor waren Auseinandersetzungen zwischen weißen und asiatischen Gruppen ausgebrochen. Die Krawalle in Oldham waren die schwersten Unruhen mit rassischem Hintergrund seit einem Jahrzehnt und wurden zu einem wichtigen Thema im Wahlkampf für die Unterhauswahl am Donnerstag.
Labour-Vorsprung verringert
Nach jüngsten Umfragen hat sich der Vorsprung der regierenden Labour Party von Premierminister Tony Blair vor den oppositionellen Konservativen verringert. Wie die Tageszeitung "The Guardian" am Mittwoch berichtete ging der Vorsprung Labours auf elf Prozentpunkte zurück, der niedrigste Stand seit Monaten. Der Umfrage zufolge liegt Labour bei 43 Prozent der Stimmen, die Konservativen mit ihrem Spitzenkandidaten William Hague kommen auf 32 und die Liberaldemokraten auf 19 Prozent. Damit hätte Labour weiterhin eine Mehrheit von mindestens 170 Mandaten im 659 Sitze zählenden Unterhaus.
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