Montag, 4. Juni 2001

Schlechtes Zeugnis für Allparteienregierung

Zur Überwindung der politischen Krise in Mazedonien hat Ministerpräsident Ljubco Georgievski eine vorgezogene Parlamentswahl vorgeschlagen. "Die Regierung funktioniert kaum", sagte Georgievski in einem Fernsehinterview am Sonntagabend.

"Wir kommen wegen täglicher Streitereien kaum mit unserer Arbeit voran." Er, Georgievski (im Bild vorne mit Innenminister Boskovski), befürworte eine Parlamentswahl bereits im September.

Die kürzliche Bildung einer Großen Koalition albanischer und slawischer Parteien bezeichnete Georgievski als möglichen Fehler. Den nationalistischen Albanern warf er vor, ihren im Februar begonnenen bewaffneten Kampf seit mindestens 15 bis 20 Jahren geplant zu haben. Verhandlungen sind nach seiner Ansicht "nur nach einer militärischen Lösung" möglich - einem Sieg über die Rebellen.

Vertreter albanischer Parteien trafen unterdessen mit Staatspräsident Boris Trajkovski zusammen, um über eine bessere Vertretung von Albanern in den Staatsorganen zu sprechen. Die albanischen Parteien fordern, einen gleichberechtigten Status mit der slawischen Mehrheit. Slawische Parteien haben die Möglichkeit von Verfassungsänderungen nicht ausgeschlossen, aber erst nach dem Ende der Kämpfe im Norden des Landes. Verhandlungen mit den militanten Albanern lehnen sie ab.

4.6.2001 08:46