Freitag, 1. Juni 2001

Branchenspekulation: Die Nächsten sind BAWAG/PSK

Die Fusionitis unter den Größen der heimischen Kreditwirtschaft ist, wie maßgebliche Bankmanager nun meinen, mit der am gestrigen Donnerstag für 2002 angekündigten Vollfusion der Creditanstalt (CA) mit der Bank Austria (BA) nicht zu Ende. In der Finanzbranche wird nun spekuliert, dass als Nächste die Gruppe BAWAG/P.S.K. diesen Schritt wählen könnte.

Wenn überhaupt, dann aber voraussichtlich erst nach 2003, wie von Insidern hinzugefügt wird. Nicht so "einfach" wie bei anderen wäre eine Fusion auch wegen des laufenden Postvertrags und der Belegschaftsvertretung.

Die Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG) hatte voriges Jahr um 17,6 Md. S (1,28 Mrd. Euro) die Postsparkasse (P.S.K.) von der Republik Österreich erworben. Die BAWAG ist seither drittgrößte Bankengruppe in Österreich. Der Übernahme- und "Integrationsprozess" soll in diesen Monaten weitgehend abgeschlossen werden, eine Fusion hatte der BAWAG-Vorstand - der auch an der 2-Marken-Strategie eisern festhält - bisher wiederholt von sich gewiesen.

Im Sparkassensektor wiederum wird an einer Konzernbildung zwischen Erste Bank und Bundesländersparkassen gebastelt: Um nämlich auf den Kapitalmärkten stärker auftreten und unerwünschte Übernahmen von außen abzuwehren, will man - vor allem in der Erste Bank - "schwer" und teuer sein. Angestrebt wird eine Sektorkonsolidierung, die freilich weitere Mehrheiten der Erste Bank an anderen Sparkassen bedingt. Die Rede ist von zusätzlichen Aktientauschmodellen in den nächsten zwei bis drei Jahren.

Verschränkungen der österreichischen Volksbanken mit Raiffeisen zu einer einheitlichen Gruppe wie in Deutschland sind in Österreich zwar weiter nicht in Sicht. Um Kosten zu sparen, haben die Volksbanken aber gerade vor wenigen Wochen wieder angekündigt, stärker sektorübergreifend kooperieren zu wollen.

1.6.2001 16:44