Gute Konjunkturdaten könnten Trendwende bringen

Der Euro hat sich bedrohlich nahe seinen Tiefständen genähert: Am gestrigen Donnerstag fiel die Einheitswährung gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten.
Die Abschwächung setzte sich auch am Freitagvormittag fort: Im europäischen Devisenhandel verlor der Euro weiter gegenüber dem Richtkurs vom Donnerstag (0,8480) und tendierte vor Mittag mit 0,8460. Auch gegenüber den übrigen Leitwährungen notierte der Euro schwächer. Der Handel verlief ruhig und bei geringen Umsätzen.
Eine nachhaltige Verbesserung ist nach Ansicht von Experten bis auf weiteres nicht in Sicht. Die nächste Unterstützung für die Gemeinschaftswährung sieht ein Marktteilnehmer bei der Marke von 0,8425 Dollar. Der Markt wartet auf die in den USA zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten.
"Zur Zeit wirkt alles gegen den Euro", meint Veronika Lammer von der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen: Die europäische Konjunktur laufe nicht berauschend, während die Wirtschaftsentwicklung in den USA wieder überraschend gut aussehe. "Nicht förderlich" seien die gestrigen Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, in Wien gewesen, der nach Marktinterpretationen Hoffnungen auf eine EZB-Intervention zu Gunsten des Euro eine klare Absage erteilte.
Eine echte Erholung für den angeschlagenen Euro könnten wohl nur positive neue Wirtschaftsdaten frühestens ab Mitte Juni bringen. Die Inflationsdaten für Mai dürften zwar recht hoch ausfallen, erwartet Lammer. "Damit dürfte der Höhepunkt aber erreicht oder überschritten sein", der Auftrieb bei den Lebensmittelpreisen sollte dann zu einem Stillstand kommen.

