Donnerstag, 31. Mai 2001

Jeder Österreicher sammelt 102 kg Altstoff pro Jahr

Die Altstoff Recycling Austria (ARA) hat am Donnerstag weitere Tarifsenkungen um bis zu 28 Prozent angekündigt, die der Wirtschaft heuer eine Kostenersparnis von 350 Mill. S (25 Mill. Euro) bringen soll. Im abgelaufenen Jahr 2000 setzte die ARA mit 2,5 Mrd. S etwas weniger als 1999 (2,7 Mrd. S) um.

Wie ARA-Chef Christian Stieglitz erklärte, ist der Rückgang auf Tarifsenkungen in Gesamthöhe von 318 Mill. S - die der Wirtschaft zu Gute kamen - zurückzuführen.

Zu den Umsatzeinbußen im Jahr 2000 merkte der ARA-Chef an, dass ursprünglich ein deutlicherer Rückgang erwartet worden war. Durch die zahlreichen Neukunden und die Steigerung der lizenzierten Mengen sei das Minus jedoch geringer ausgefallen als geplant. Stieglitz: "Ein besseres Ergebnis können wir uns gar nicht wünschen - denn geringerer Umsatz für die ARA bedeutet niedrigere Kosten für die Wirtschaft."

Ihre Sammel- und Verwertungsmenge steigerte die ARA im vergangenen Jahr um knapp zwei Prozent auf 633.700 Tonnen. Als Neukunden konnten 921 Unternehmen - darunter der deutsche Internet-Buchhändler Amazon Logistik GmbH (amazon.de) - gewonnen werden, wodurch sich die Zahl der Lizenznehmer Ende 2000 auf 12.295 Firmen belief. Ende März 2001 hätten bereits 12.348 Unternehmen dem ARA-System vertraut, fügte Stieglitz hinzu.

Bei Kunststoffverpackungen fuhr die ARA im Vorjahr mit 54 Prozent den Löwenanteil ihrer Gesamteinnahmen ein, 21 Prozent der Einnahmen entfielen auf Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe, neun Prozent auf Glas, zehn Prozent auf Metallgebinde, fünf Prozent auf Materialverbunde und ein Prozent auf Holzverpackungen. Markante Verschiebungen in der Aufteilung der Einnahmen nach Packstoffen habe es nicht gegeben.

Vorarlberger eifrigste Altstoffsammler
Wie in den vergangenen Jahren waren die Vorarlberger auch im Jahr 2000 österreichweit die eifrigsten Altstoffsammler. Laut Stieglitz brachte jeder Vorarlberger 131 Kilogramm gebrauchte Verpackungen in das Sammelsystem ein. An zweiter Stelle rangierten die Steirer mit 114 kg pro Kopf, gefolgt von den Tirolern mit 110 kg. Pro Einwohner lag der Durchschnittswert für Gesamtösterreich bei 102 kg.

Die Zahl der fixen Sammelbehälter wurde im Vorjahr um mehr als 14.000 auf rund 880.000 Behälter erhöht. Parallel dazu sind weitere 150.000 Haushalte an die Sammlung mit dem gelben Sack angeschlossen worden, berichtete Stieglitz. Damit kann inzwischen bereits mehr als eine Million Haushalte in Österreich Leichtverpackungen über dieses Sammelsystem entsorgen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2001 zeichneten sich Zuwächse bei PET-Gebinden ab, die Verwertungsanlagen sollen daher bis zum Sommer von derzeit 6.000 auf bis zu 12.000 Tonnen Jahreskapazität verdoppelt werden, sagte der ARA-Geschäftsführer weiter.

31.5.2001 19:06